Der Sparhammer trifft die Schwächsten! - Caritas-Chef Jean-Pierre Schneider
Shownotes
167 Millionen Euro Minus – Bonn muss sparen, und zwar schnell. Auf dem Prüfstand stehen deshalb vor allem sogenannte „freiwillige Leistungen“. Das klingt nach Dingen, auf die man im Zweifel eben verzichten kann – dahinter stecken aber Beratungsstellen, soziale Hilfen und Angebote für Menschen, die oft nirgendwo sonst mehr aufgefangen werden. Was passiert also ganz konkret, wenn aus zehn Prozent weniger Geld plötzlich eine halbe Stelle weniger wird – und am Ende eine Tür geschlossen bleibt? Darüber spreche ich jetzt mit Jean-Pierre Schneider, dem Direktor der Bonner Caritas.
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00:00:00: Es ist viel wichtiger, dass wir an der Stelle die Stimme ja erheben für Menschen, die überhaupt nicht gehört werden sonst.
00:00:06: Ich will das mal einem Beispiel deutlich machen wenn es politische Entscheidungen in Bonn gibt und jetzt spezifisch auch in Bonnen Dann trifft das oft Menschen, die hier in Bonn eine hohe Bildung haben, die ein super soziales Netzwerk haben.
00:00:18: Die auch genug Geld auf dem Konto haben und sich innerhalb von vierzehn Tagen zu einer Bürgerinitiative mit neu gedruckten Flyern und einer tollen Unterschriftenaktion organisieren können.
00:00:27: Das können alte Menschen, pflegebedürftige Menschen, Menschen die psychisch krank sind, wohnungslose, das können die alles nicht.
00:00:35: Und das heißt, was wir im Moment verteidigen und deswegen sind zwanzig Prozent ein No-Go.
00:00:40: Das sind die Rechte und Interessen auf Würde von diesen
00:00:43: Menschen.".
00:00:44: Das
00:00:44: Vier Ohrengespräch mit Volker Kruchs.
00:00:47: Einhundert Sechzig Millionen Euro Minus.
00:00:50: Bonn muss sparen und zwar schnell!
00:00:52: Auf dem Prüfstand stehen deshalb vor allem sogenannte freiwillige Leistungen – es klingt nach Dingen, auf die man im Zweifel eben verzichten kann.
00:01:00: Dahinter stecken aber Beratungsstellen, soziale Hilfen und Angebote für Menschen die oft nirgendwo sonst mehr aufgefangen werden.
00:01:07: Was passiert also ganz konkret wenn aus zehn Prozent weniger Geld plötzlich eine halbe Stelle weniger wird und am Ende eine Tür geschlossen bleibt?
00:01:15: Darüber spreche ich jetzt mit Jean-Pierre Schneider dem Direktor der Bonnar Caritas herzubekommen!
00:01:20: Hallo!
00:01:22: Haushaltssperre,
00:01:25: das heißt für die Karitas zuerst mal dass uns einen riesen Schreck in die Glieder gefahren ist und nicht nur vor uns sondern für alle Verbände der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege.
00:01:34: Das sind ganz viele kleine Vereine, kleine Verbände größere wie wir und wir haben alle Sorge darum Wie geht es jetzt weiter mit unseren Angeboten und Diensten?
00:01:43: Sogar dreifach letztlich die Sorge denn das eine sind die Dienste die wir fest für dieses Jahr mit der Stadt vereinbart haben Und die Haushalts-Sperre beginnt jetzt.
00:01:51: Das heißt, es sind noch mehrere Monate in denen wir Unsicherheit haben und hoffen dass das alles kontinuierlich bis zum Ende des Jahres noch die Leistungen ermöglicht, die wir erbringen.
00:02:01: Das zweite ist gibt natürlich Dinge, die zum Beispiel nach einer Ferienfreizeit beantragt sind und an Fördermitteln dann erst abgerufen werden können.
00:02:09: Wir hoffen auch, dass auch das noch in den diesjährigen geplanten Dimensionen für die ganzen vielen Vereine – und das sind ja viele ehrenamtliche Initiativen stattfinden kann.
00:02:18: Und die ganz große Sorge ist natürlich, was es am ersten Januar twenty-sevenundzwanzig?
00:02:23: Dann gibt's ja wahrscheinlich keinen neuen Haushalt dann muss das irgendwie auch mit unserer Arbeit trotzdem weitergehen können
00:02:29: und genau in diese Details wollen wir gleich mal ein bisschen genauer reingehen.
00:02:33: Sie machen das schon wirklich einige Jahre wenn sie hören hundertsechzig Millionen die jetzt aktuell an dieser Stelle fehlen war das für sich sofort klar.
00:02:40: okay hier haben eine Summe erreicht.
00:02:42: die gab´s vor in der Form eigentlich noch nie.
00:02:45: Also in der Summe ist das tatsächlich eine überraschende Summe.
00:02:48: Die Gründe, wenn man ein bisschen nachdenkt hören wir in den letzten zwei Jahren immer wieder es wird zunehmend ein Problem dass wir riesige Kosten im bestimmten Aufgabenfeldern haben.
00:02:58: Wir haben Riesenunterkunftskosten in Bonn viele andere Beispiele gibt's auch.
00:03:02: und wir haben natürlich ein großes Problem Das gar nicht mal nur bei den Bonnen liegt sondern dass die Refinanzierung der kommunalen Haushalte ausmacht.
00:03:09: Da fehlen Mittel vom Bund da fehlen mittel vom Land.
00:03:12: Jetzt betrifft es eben diese angesprochenen freiwilligen Leistungen.
00:03:15: Wenn man das so hört, können wir meinen Gut, dass sind freiwillige Leistungen, das ist irgendwie ganz nett wenn man die macht.
00:03:20: Aber so richtig wichtig sind sie vielleicht nicht?
00:03:21: Vielleicht machen Sie so ein Stadtbild aus oder unterscheiden... Aber auf die könne man verzichten.
00:03:27: Was bedeutet eigentlich freiwillige Leistungen bei der Caritas?
00:03:31: Also was ist das, was verbirgt sich dahinter eigentlich?
00:03:33: Dahinter verbergen sich überhaupt keine Sachen, die nice to have sind sondern ganz, ganz wesentliche Dienste und Angebote für Menschen in großen Notlagen sind.
00:03:42: Wir machen damit zum Beispiel schuldener Beratung.
00:03:44: Da gehen nicht Menschen just for fun hin Sondern Menschen, die in einer großen wirtschaftlichen Notlage sind Und die kurz von einer privaten Insolvenz zum Beispiel stehen.
00:03:52: Wir haben eine Sozialberatung, da kommen Menschen hin, die nicht mehr ein- und auswissen, die keine Ahnung haben wie sie ihre wirtschaftlichen Verhältnisse klären, wie sie nächste Wohnung irgendwie finden sollen und viele andere Sorgen mitbringen.
00:04:05: Dazu gehören auch solche Dinge, die für die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen wichtig sind.
00:04:09: Zum Beispiel offene Türen für Kinder und Jugendliche gehören in diesem freiwilligen Bereich.
00:04:14: Da muss man, glaube ich ein bisschen Klarheit kriegen.
00:04:16: Freiwillig heißt an der Stelle nicht das ist was man machen kann wenn man will sondern das sind Dinge die dem Grunde nach anerkannt wichtig sind.
00:04:25: da wissen wir gehören zu einer Stadtgesellschaft die funktioniert unbedingt dazu damit Menschen die besondere Benachteiligung haben zum Beispiel diese Unterstützung bekommen können.
00:04:38: Das ist ein irreführender Begriff.
00:04:39: Ich würde das glatt so sagen, also die verpflichtenden Leistungen sind so die ganz existenzsichernden Dinge wie zum Beispiel dass man eine Unterkunft braucht.
00:04:49: Aber gerade das was uns die letzten Wochen wieder an Studien oder letzte Woche die PISA-Studie gezeigt haben für die Chancen im Leben ist viel mehr notwendig und das würde ich als mindestens genauso verpflichtend betrachten wie das was wir in diesen existenziechen Leistungen haben.
00:05:06: Was bedeutet das für Sie ganz konkret?
00:05:07: Nehmen wir mal so ein Beispiel wie von mir aus die Schulterberatung, die sie gerade angesprochen haben.
00:05:10: Jetzt sagt der Kamera, wir streichen bei diesen freiwilligen Leistungen pauschal zwanzig Prozent!
00:05:16: Was heißt das
00:05:16: konkret?!
00:05:17: Für uns würden das heißen, wenn zwanzig Prozent gestrichen werden.
00:05:20: Dass wir auf jeden Fall weniger Menschen beraten können.
00:05:23: Wir sind aber da die letzten Jahre ja schon erhebliche Einschnitte für die Verbände und ihre Arbeit gedeutet haben Jetzt schon an einem Punkt wo wir riesige Warteschlangen haben Wo wir gucken müssen dass wir versuchen allen die in ihrer großen Notlage kommen gerecht zu werden Und trotzdem warte Zeiten Erheblich Wartezeiten entstehen Das wir dann noch längere Wartezite hätten und möglicherweise Menschen Situation geraten, denen wir heute noch helfen könnten wenn wir das nötige Personal dann haben.
00:05:52: Das
00:05:52: heißt Bonn wird gerade Unsozialer?
00:05:54: Bonn wird wenn wir zwanzig Prozent kappen unsoziale.
00:05:58: ja so ist das und das kann sich eine Stadt grade angesichts vieler fragen wer die Benachteiligten sind in der Stadt einfach nicht leisten weil die Schere zwischen denen die Chancen haben und denen die auf solche Unterstützung angewiesen sind immer weiter auseinander geht.
00:06:12: Das heißt noch mal bei einer solchen Stelle, wir können jede andere theoretisch auch nehmen, wo diese zwanzig Prozent fehlen.
00:06:17: Heißt das Sie müssen im Falle Menschen entlassen?
00:06:20: D.h.,
00:06:21: die sie nicht mehr bezahlen können?
00:06:22: Sie müssen vielleicht Menschen abweisen, die sie Die Öffnungszeiten bleiben aus.
00:06:28: Was sind die konkreten Auswirkungen?
00:06:29: Das
00:06:29: heißt beides, das heißt zum einen dass wir Klientinnen und Klienten nicht mehr in dem Umfang beraten können wie sie es brauchen.
00:06:36: Das gilt für die gesamten Beratungsdienste, das gilt nicht nur von der Schulternberatung, sondern auch für die Sozialberatungen und andere Dienste.
00:06:43: Wir könnten weniger Personal halten.
00:06:46: Natürlich haben wir nicht Menschen bei uns nur unter Vertrag, die einen einjährigen Vertrag haben und wo der Vertrag automatisch ausläuft sondern wir wollen natürlich auch mitarbeiten in faire Arbeitsbedingungen sicherstellen.
00:06:57: das heißt dass ein Mensch mit unbefristeten Verträgen und wir müssen dann entsprechend betriebsbedingte Lösungen finden.
00:07:04: Macht es sich der Kämmerer macht es sich die Stadtverwaltung zu leicht?
00:07:08: Mit dieser Haushaltsperre diesen pauschalen zwanzig Prozent?
00:07:13: Ich bin da noch ein bisschen am Abwarten, wie tatsächlich die Umsetzung sein wird.
00:07:17: Die Umsetzung muss natürlich so sein, dass wir erstmal die Dinge sichern und sichten, die wir unbedingt brauchen – und ich habe sie eben ja genannt, wir sind darüber im Gespräch – das ist nicht so leicht!
00:07:27: Und das Zweite ist, ich erwarte von der Stadt, dass sie mit gutem Vorbild vorangeht, dass die Stadt selber zeigt wo sie selbst sparwillig ist….
00:07:35: Tut sie das?
00:07:36: Ich glaube, da ist noch ganz schön viel Luft drin.
00:07:38: Die Stadt hat eine Menge so wie wir aus den Vergleichen der Städte in Nordrhein-Westfalen hören an Personal.
00:07:44: die Stadt hat vielleicht eine ganze Menge noch an Chancen wo sie Dinge effizienter optimiert machen könnte.
00:07:51: ich glaube in Digitalisierung sind wir in Bonn auch nicht so ganz an der Schallgrenze angekommen.
00:07:56: also ich glaube da es noch Luft und ich finde es total wichtig dass die Stadt auch mit gutem Vorbild an der Stelle vorangeht.
00:08:03: Was müsste denn passieren Ihrer Meinung nach, damit dieses gute Beispiel, dieses gute Vorbild sozusagen auch für viele freie Träger ein Vorbild ist?
00:08:12: Also erst mal glaube ich, ist das nicht das Vorbild für uns zwanzig Prozent zu kürzen.
00:08:16: Ich diskutiere keine Zwanzig-Prozent.
00:08:19: Für die Diskussion
00:08:21: müssen wir... Das heißt sie sind für Sie eine absolute Zahl aus ihrer Sicht oder?
00:08:27: Die sind
00:08:27: hochrelevant und sie passen in keinster Weise zur echten Situation der Menschen in unserer Stadt.
00:08:32: Wir haben hier in Bonn ja nicht nur Verbände, die jetzt um zwanzig Prozent Mitarbeiter oder Refinanzierung kämpfen.
00:08:38: Sondern es ist viel wichtiger, dass wir an der Stelle die Stimme erheben für Menschen, die überhaupt nicht gehört werden sonst.
00:08:44: Ich will das mal einem Beispiel deutlich machen.
00:08:46: Wenn's politische Entscheidungen in Bonnen gibt und jetzt spezifisch auch Dann trifft das oft Menschen, die hier in Bonn eine hohe Bildung haben, die ein supersoziales Netzwerk haben.
00:08:56: Die auch genug Geld auf dem Konto haben und sich innerhalb von vierzehn Tagen zu einer Bürgerinitiative mit neu gedruckten Flyern und einer tollen Unterschriftenaktion organisieren können.
00:09:06: Das können alte Menschen, pflegebedürftige Menschen, Menschen die psychisch krank sind, wohnungslose – das können sie alles nicht.
00:09:13: Und das heißt, dass was wir im Moment verteidigen und deswegen sind zwanzig Prozent ein No-Go.
00:09:18: Das sind die Rechte und Interessen auf Würde von diesen Menschen.
00:09:23: Darüber können wir nicht einfach verhandeln.
00:09:25: Menschen in der existenziellen Notlage sind brauchen all diese Unterstützung damit sie eine Perspektive bekommen und vielleicht auch nochmal in eine andere Richtung geblickt.
00:09:34: Wir haben letzte Woche die PISA-Studie zu sehen bekommen.
00:09:37: In der PISA Studie sind viele Einzeldetails über bestimmte Kompetenzen, aber eine ganz große Lehre über alles... Jugendliche und Kinder, die aus benachteiligten Familien kommen haben es ganz besonders schwer schulig und in der Bildung erfolgt zu haben.
00:09:53: Das ist nichts Neues das wissen wir seit Jahren.
00:09:55: da legen wir ständig den Finger in die Wunden und ich glaube die Diskussion über die Verhältnisse an Schulen in Bonn über die Bildungsunterstützung die viele Kinder und Jugendliche brauchen diesen vielen inzwischen bekannt die kann man gar nicht überhört haben in den letzten Jahr.
00:10:11: das heißt an den Stellen können wir keine zwanzig Prozent akzeptieren.
00:10:15: Ist es dann nicht gerade auch aus Ihrer Sicht Crotest, dass der Oberbürgermeister aber auch der Stadt Kämmerer gesagt haben?
00:10:20: Also von unserer Prioritätensetzung gilt Kinder und Jugend.
00:10:24: Aber beispielsweise in der Stadt ist ganz oben angesiedelt Schule Bildung Familie das was Sie gerade beschrieben haben Zehntausend Euro die irgendwo in irgendeiner Einrichtung fehlen.
00:10:34: da fallen ganze Jugendfreizeiten aktuell ehrlicherweise aus weil sie sich stattfinden können.
00:10:37: Ganz offensichtlich ist das nicht ein Widerspruch
00:10:40: Das ist ein Widespruch und vor allem Es fällt ja nicht nur eine Jugendfreizeit aus.
00:10:45: Sie müssen immer mal im Blick haben, die Trägerlandschaft in Bonn ist total vielfältig.
00:10:49: das ist großartig.
00:10:50: wer sich hier alles engagiert wie viele Ehrenamtliche wie viele auch junge Menschen sich in eigenen Strukturen für andere einsetzen.
00:10:58: aber das sind alle kleine Vereine.
00:11:01: Die haben kein Liquiditätspolster, um den halben Mitarbeiter, den sie haben oder die halbe Mitarbeiterin noch drei Monate selbst zu finanzieren.
00:11:08: Die sind auf diese Mittel angewiesen in der sogenannten Freiwilligenförderung.
00:11:13: und das heißt ich erwarte von der Stadt wir alle als Verbände auch in der Arbeitsgemeinschaft Bullfazfläge erwarten dass die Stadt uns ein klares Signal gibt, dass ihr an dieser Stelle niemanden untergehen lässt.
00:11:24: Das brauchen diese Träger im Moment.
00:11:26: Sonst müssen die ganz schnell jetzt die Reißleine ziehen und damit geht unsere soziale Infrastruktur, unser Netzwerk mit dem wir für Menschen in Not da sind kaputt.
00:11:36: Und haben Sie dieses klare Zeichen?
00:11:38: Also haben Sie irgendeiner Form eine Information wie es weitergehen kann?
00:11:42: Im Moment gibt es nur große Zurückhaltung – keinerlei klares Zeichen!
00:11:47: Größte Zurückhaltung.
00:11:48: was ab dem ersten, erstens im Jahr twenty-seven ist Und wir sind
00:11:52: jetzt... Ich glaube, das muss man kurz erklären.
00:11:53: Diese Haushaltssperre gilt ja erst mal bis Ende des Jahres also die er jetzt ausgesprochen hat.
00:11:58: Er hat in unserem letzten Podcast aber auch darauf hingewiesen der Stadtkamera dass es vermutlich im neuen Jahr noch schlimmer wird.
00:12:04: Also
00:12:04: d.h.,
00:12:05: das nächste Quartal siebenundzwanzig sieht eher noch desaströser aus.
00:12:09: Man muss kein Prophet sein, dass dieser Haushalts-Sperre vermutlich Bestand haben wird und dazu kommt, dass man gar keinen genehmigungsfähigen neuen Haushalt hat.
00:12:17: Das ist wahrscheinlich ein noch größeres Problem für Sie?
00:12:19: Ist das
00:12:20: richtig?!
00:12:20: Das ist tatsächlich so, ein vorläufiger Haushaltsführung heißt das an allen Stellen maximal aufgepasst werden muss.
00:12:26: So ist die Pflicht der Stadt an dieser Stelle.
00:12:28: sie muss aber auch abwägen was sind die Dinge die wichtig sind die überleben müssen wie wir brauchen damit diese Stadtgesellschaft funktioniert.
00:12:35: und es heißt auch in einer vorläusigen Haushaltsführung und wir erwarten keinen neuen Haushalt vor Sommer nächsten Jahres.
00:12:40: wahrscheinlich Wird es darum gehen, klaren Blick dafür zu haben dass wir Benachteiligte nicht an der Stelle um ihre Dienste und Einrichtungen Angebote bringen die sie dringend brauchen?
00:12:51: Das heißt werden wir noch mal konkret auch in ihren Einrichtung?
00:12:54: was bedeutet das dann ab dem ersten ersten beispielsweise für die Altenpflege, Menschen die Wohnungen suchen etc.
00:13:03: Das heißt ganz konkret, dass alle die Leistungen und Dienste, die sie seit diesem Jahr und viele Jahre schon her erbringen.
00:13:11: Ganz besonders besorgt sein werden ob sie ab dem ersten Januar überhaupt eine Refinanzierung dafür haben.
00:13:16: Wer also klein ist keine Möglichkeiten hat sowas aufzufangen muss sich spätestens ab Oktober Gedanken machen ob er dieses Personal halten kann das er braucht um diese Arbeit zu machen.
00:13:26: Für uns heißt das, wir werden das in unseren Haushaltsplänen jetzt ganz vorsichtig mit viel Risikoberechnung einbeziehen.
00:13:34: Sodass wir wissen dass wir notfalls nächstes Jahr eine Reißleine ziehen müssen an einer bestimmten Stelle wo wir wissen, dass vielleicht eine Finanzierung nicht mehr da ist.
00:13:42: aber vor allem müssen wir diesen kleinen Trägern die Sicherheit geben zu wissen ,dass sie ihr Engagement fortsetzen können.
00:13:49: wenn dieses Engagement jetzt in diesem jahr nicht von diesen trägern für nächsten Jahr weiter geplant werden kann Dann wird am ersten Januar der erste Schritt sein, hin zu einer Reduzierung dieses sozialen Netzes was wir im Bonn so dringend brauchen.
00:14:03: Vor allem das haben viele andere der freien Träger auch gesagt ist es oft an der falschen Stelle gespart.
00:14:07: Das was man jetzt an Beratungskosten beispielsweise einspart besteht die Gefahr oder machen Sie da mal ein konkretes Beispiel dass uns das vielleicht in ein zwei Jahren um ein vielfaches kostenmäßig auf die Füße fallen kann?
00:14:19: Das ist ja lange Zeit bezweifelt worden, dass z.B.
00:14:21: Präventionsmaßnahmen und Beratungsmaßnahme einen hohen Renditewert eigentlich haben wenn man auf die Mittelfrist guckt.
00:14:28: Zwischen gibt es dazu ganz solide Studien.
00:14:31: in Bayern zum Beispiel hat man Suchtberatung untersucht.
00:14:34: da weiß man inzwischen das man die achtfachen Kosten hat wenn man nicht jetzt berät und eingreift und Prävention macht und es einfach laufen lässt und nachher Menschen eine akuten Suchterkrankung viele Jahre lang unterstützen muss.
00:14:47: Das heißt, wir wissen inzwischen solche sozialen Investitionen haben eine hohe Rendite.
00:14:51: Und die Stadt schadet sich an jeder Stelle wo sie im Moment im sozialen Bereich ihre Leistungen zurückfährt und Menschen ins offene Messer laufen lässt.
00:15:00: Haben Sie einen Einbruch?
00:15:01: Die sozialen Verbände haben in einer Stadt wie Bonn eine zu kleine Lobby.
00:15:07: Das glaube ich nicht.
00:15:08: Ich glaube, es gibt viele Menschen die sehr genau wissen wie wichtig das ist was die Verbände machen.
00:15:14: aber ich glaube im Moment müssen wir es schaffen dass diejenigen die diese Einsicht haben Seite an Seite stehen und gemeinsam das Wort erheben.
00:15:22: Was wir im Moment am wenigsten brauchen können sind politische Grabenkämpfe zum Beispiel zwischen Parteien.
00:15:27: Wir brauchen eine Geschlossenheit im moment Die priorisiert und sagt was wichtig ist und wichtig ist der Zusammenhalt in dieser Stadtgesellschaft und nicht den Kampf darum, welche kleinen oder größeren Projekte man unbedingt persönlich für seinen Parteibuch noch haben will.
00:15:42: Wenn man die Zahlen sich nochmal anschaut, wirken die ja mitunter auch wirklich absurd?
00:15:45: Also wir haben zwei Komma sechs Milliarden Euro Schulden jetzt dieser neue Schuldenberg hundertsechzig Millionen, die dazugekommen sind.
00:15:51: es wird eine Haushaltsperre verhangen und der Stadtkämmerer sagt wenn das alles greift sparen wir dadurch sechs vielleicht sieben Millionen Euro ein.
00:16:01: Auf der anderen Seite stehen Großprojekte an wie beispielsweise die Sanierung des Stadthauses, die mit einer Dreiviertel Milliarde Euro veranschlagt ist.
00:16:10: Wenn Sie das vergleichen wird Ihnen da nicht ganz schumrig wenn Sie sehen wir brauchen ehrlicherweise ein paar tausend Euro für eine Beratungsstelle die sie uns jetzt hier im Falle wegnehmen?
00:16:19: Also ich glaube dass darf man so sagen da wird es allen schon recht.
00:16:22: Das sind Zahlen die uns allen Sorgen machen müssen.
00:16:25: Und da gibt es nur eine Konsequenz, sehr gründlich abwägen was man davon haben muss.
00:16:29: Was man vielleicht kleiner machen kann und was man vielleicht einfacher machen kann.
00:16:33: Was wir wirklich brauchen.
00:16:34: Ich glaube Statusprojekte und so etwas kann sich keiner mehr leisten im Moment.
00:16:38: Irgendwann war mal die Rede von Goldstandard oder sowas.
00:16:41: Bitte bitte die Diskussion will ich gar nicht erst führen weil das wäre wirklich das Gegenteil von dem was wir im Moment brauchen.
00:16:48: Wir müssen gemeinsam abwägen, was wichtig ist damit die Menschen in dieser Stadt gut leben können.
00:16:53: Auch diejenigen, die weniger Chancen und weniger Einkommen, weniger Voraussetzungen haben hier erfolgreich zu sein, die Unterstützung brauchen.
00:17:01: Irgendwo muss gespart werden.
00:17:03: immer wenn man mit Menschen zusammensitzt sagen sie ja das ist auch so bitte nicht bei mir weil wir sind schon an der Grenze.
00:17:09: im Grunde ist es eine ähnliche Situation.
00:17:11: wo würden Sie denn sagen gibt es bei Ihnen Sparpotenzial eigentlich?
00:17:16: Sehen Sie eins.
00:17:17: Also ich glaube bestimmt, dass wir mitteil eines gemeinsamen Prozesses sein müssen als Verbände zu überlegen was können wir günstiger?
00:17:25: Was können wir vielleicht gemeinsam besser erbringen an Leistungen.
00:17:29: Aber ich sehe da jetzt kein akutes Sparpotenzial und ich würde das auch nochmal ganz anders als eben in der Frage sehen wollen.
00:17:35: Es geht hier um die Rechte und Interessen von Menschen, die genauso zur Stadtgesellschaft gehören.
00:17:40: Die genau so Bonnerinnen und Bonner sind wie die mit einem dickeren Portmonnaie.
00:17:45: Wie diejenigen, die andere Teilhabechancen immer schon mitgebracht haben.
00:17:49: Karitas und Diakonie haben sich das letztes Jahr vorgenommen dieses Thema Und zwar sehr wohl auch mit dem Gedanken daran dass wir im haushalt irgendwie wirklich schwierigen Lagen sind.
00:17:59: Wir haben einen Sozialbericht und ein Teilhabeindex für Bonn, zusammen mit einem sehr anerkannten Forschungsinstitut XIT aus Nürnberg gestellt.
00:18:07: Und wir haben den selber finanziert weil uns das total wichtig ist, dass deutlich ist wie unterschiedlich die Lebenssituation in den zweiundsechzig statistischen Bezirken in Bonn ist.
00:18:17: Wir habe das allen Politikern der Stadtverwaltung vielen Akteuren zur Verfügung gestellt als Hilfe um zu priorisieren wo müssen wir das Geld was wir haben hinstecken?
00:18:27: Und natürlich gibt es da Priorisierungen, die vielleicht nicht mit dem jetzigen Landkarten übereinstimmen.
00:18:34: Aber wo wir als Verbände sicher dabei wären zu sagen Da legen wir vielleicht einen höheren Wert darauf dass wir an der Stelle ein Quartiersmanagement brauchen das wir die offene Tür in dem Stadtteil besonders fördern müssen und und Insofern sehe ich uns eher weiter auch in der Partnerschaft mit der Stadt, aber wir wollen als Partnerinnen und Partner ernst genommen werden.
00:18:53: Und dazu gehört dann dass wir viel miteinander reden zusammen überlegen und das die Stadt zuallererst zeigt wo sie selber Anpassungen vornimmt.
00:19:02: Sehen Sie denn da Bereitschaft nochmal über einzelne Punkte konkret sprechen zu können?
00:19:08: Die Bereitschaft ist uns zugesagt.
00:19:10: Wir gehen immer wieder in die Gespräche rein, wir werden diese Woche weitere Gespräche mit der Stadtspitze haben.
00:19:15: das wird auch in den nächsten Wochen und Monaten weiter so sein.
00:19:19: Wir erwarten und wollen aber, dass wir an der Stelle wirklich ernst genommen werden.
00:19:23: Und das wir nicht nur wie manche so das Bild manchmal haben eingekaufte Dienstleister der Stadt sind, sondern dass wir auf Augenhöhe Partner sind.
00:19:32: Das ist eine der Stärken in Deutschland.
00:19:34: ehrenamtliche Vereineverbände die selber was tun.
00:19:37: Wir haben sogar in Deutschland ein eigenes Wort dafür.
00:19:38: Wir nennen das Subsidiarität sollen besonders gefördert werden.
00:19:42: Das sieht unser Grundgesetz zuvor.
00:19:44: Es ist die Idee, wie wir Gemeinschaft und Gesellschaft gestalten wollen Und das erwarten wir auch als Grundprinzip für unsere Zusammenarbeit mit der Stadt und auch mit den politischen Akteuren.
00:19:54: Was erwarten Sie von diesen jetzt ganz konkret in den nächsten Tagen, Wochen?
00:19:59: Am Donnerstag ist Ratssitzung – da wird es natürlich auch nochmal Thema sein und hoch hergehen!
00:20:04: Ad hoc und das ist für uns das erste Credo brauchen wir eine klare Ansage, dass die sozialen Dienste in Einrichtungen nicht gekürzt werden.
00:20:12: Dass wir an den Stellen Wuchhürzungen überlegt werden mit im Gespräch sind und nicht über unsere Köpfe und schon gar nicht im Rasenmäher – zwanzig Prozent oder irgendeine anderen Zahl – gekürst werden damit vor allem die kleinen Träger an der Stelle eine Zukunftsperspektive haben.
00:20:28: Die dürfen wir auf keinen Fall verlieren.
00:20:30: Die sind der KIT in unserer Stadtgesellschaft!
00:20:33: Und da hieße, zwanzig Prozent tatsächlich kaputt sparen.
00:20:36: Zwarzig Prozent wäre für einige von den Kleinen sicherlich die Grundentscheidung nicht weitermachen zu können?
00:20:41: Das heißt sie brauchen eine Entscheidung und sie brauchen die vor allem schnell.
00:20:43: das sagen übrigens alle dass Sie momentan das Gefühl haben die Stadt.
00:20:46: die Stadtspitze ist Entscheidungslamm.
00:20:50: also es fehlt nicht nur an den Großen sondern mitunter auch an den kleinen Entscheidungen indem sie das auch so war.
00:20:55: Ich glaube die Probleme und Herausforderungen sind so groß, dass der Anspruch an schnelle Entscheidungen natürlich besonders schwierig ist.
00:21:03: Aber als Träger und aus der Perspektive derer, die diese Dienste und Einrichtungen erbringen brauchen wir diese Kurzfristigkeit ja.
00:21:11: Welche Einrichtung sind absolut unverzichtbar in ihrem Kosmos?
00:21:15: wo sie wirklich sagen gerade jetzt auch mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Monate?
00:21:20: Ist das ein Thema da brauchen wir eigentlich eher mehr.
00:21:24: Ich glaube, alle Entscheidungen, wo es um Kinder und Jugendliche geht.
00:21:28: Wo es um Teilhabe geht, wo's um Menschen die besonders benachteiligt sind – die müssen wir ganz sacrosanct schnell und klar haben damit wir nicht Zukunft von Menschen verspielen.
00:21:40: Welchen Einsatz würden Sie Gilodeos auch dem Stadtkümmerer Michael Fark gerne mit auf den Weg geben für die Konteratssitzung?
00:21:48: Auch bei der Engenkasse muss das was wir wichtig finden der Mensch und die Menschen, die es besonders brauchen
00:22:19: bleiben.
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