Fünf Jahre nach der Flut: Ich bin der Ahr bis heute noch böse!
Shownotes
Fünf Jahre ist sie her - die Flut, die das Ahrtal für immer verändert hat. Häuser wurden zerstört, Existenzen ausgelöscht, 135 Menschen verloren ihr Leben. Und für viele ist die Katastrophe bis heute nicht vorbei. Mein Gast kennt all das nicht nur aus Akten und Krisensitzungen, denn sie hat die Flut selbst erlebt. Als Bürgermeisterin von Altenahr. Ihr eigenes Haus stand unter Wasser, sie hat liebe Menschen verloren. Wie lebt man mit so einer Erfahrung weiter? Was wurde seitdem geschafft? Heute ist sie die Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand - Herzlich Willkommen! Was löst dieser 14. Juli heute bei Ihnen aus?
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00:00:00: Die Ahr hat uns ein bisschen das zu Hause genommen und da bin ich so ein bisschen manchmal böse.
00:00:05: Aber eigentlich ist sie sehr, sehr schön.
00:00:08: es kommt ganz viel zurück ja und zugleich bleibt Arbeit und bleibt auch Sorge weil natürlich klar ist Es gibt nie hundertprozentigen Schutz Und wer so etwas mitgemacht hat Ganz oft mag Regen nicht mehr so gerne.
00:00:26: Das
00:00:27: vier Ohrengespräch Mit Volker Kruchs.
00:00:30: Fünf Jahre ist es her, die Flut, die das Ahrtal für immer verändert hat.
00:00:34: Häuser wurden zerstört, Existenzen ausgelöscht, einhundert und dreißig Menschen verloren
00:00:39: ihr Leben.
00:00:40: Für viele ist die Katastrophe allerdings bis heute nicht vorbei.
00:00:43: Mein Gast kennt all das, liegt nur aus Akten- und Krisensitzungen – sie hat die Fluth selber erlebt!
00:00:48: Als Bürgermeisterin von Altenaar, ihr eigenes Hausstand unter Wasser, sie hat liebe Menschen verloren.
00:00:54: Wie lebt man mit einer solchen Erfahrung weiter?
00:00:57: Was wurde seitdem
00:00:58: geschafft?!
00:00:59: Heute ist sie die Landrätin des Kreises Ahrweiler Cornelia Weigand.
00:01:03: Herzlich willkommen!
00:01:04: Vielen Dank!
00:01:06: Was löst dieser vierzehnte Juli heute bei Ihnen aus?
00:01:10: Der vierzehnte Juli ist immer ein Tag, der so ein bisschen natürlich von Inhalten geprägt ist.
00:01:16: Denken an die Menschen auch, die wir verloren haben allgemein reflektieren was es denn... Seitdem passiert aber auch der Blick nach vorne.
00:01:25: Es ist halt einfach, ich glaube ein bisschen Gang runter und ein bisschen mehr mit Abstand zu versuchen die Muster zu sehen Und auch mit den eigenen Erinnerungen Ein bisschen umgehen.
00:01:36: das gehört dazu.
00:01:37: Sprechen wir gleich noch drüber.
00:01:38: es geht einem ja oft so wenn man so in die Vergangenheit blickt irgendwelche Ereignisse hat Auch im privaten.
00:01:42: manchmal denkt man Mann Das ist schon fünf Jahre her oder Mann?
00:01:45: Das ist erst fünf Jahre hier.
00:01:47: wie geht's Ihnen?
00:01:49: egal welche Perspektive passt beides.
00:01:52: Also uns auch aus der Mitte des Ahrteils öfter so die Gespräche, auch wenn wir nochmal Bilder angucken gefühlt ist das manchmal schon weit weg.
00:02:04: ich weiß nicht ob im positiven dass da Selbstschutz ist oder dass das Gehirn wieder sagt es hätte doch eigentlich gar nicht sein dürfen.
00:02:10: das passt irgendwie alles nicht.
00:02:11: aber auch ein Zeichen dass es schon viel Neues gibt eine neue Normalität gibt an der man sich so bisschen orientieren kann und manches dann doch schon fünf Jahre her.
00:02:23: Man sieht, dass einiges passiert ist und bei manchem merkt man es sind dann doch erst fünf Jahre und bestimmte Mechanismen mussten erstmal anlaufen und Planungen anlauchen und dann kommen jetzt ein paar der großen Sachen eben jetzt auch in die Umsetzung.
00:02:35: also wir haben schon gutes Stück Strecke geschafft aber wir haben noch einiges vor uns.
00:02:40: Sie werden vermutlich jetzt in diesen Tagen mit sehr vielen Menschen sprechen die ja alles verloren haben, die vielleicht auch liebe Menschen verloren haben.
00:02:47: wie spenden sie den heute Trost an so einem
00:02:49: Tag?
00:02:54: Ich weiß nicht genau, ob man tatsächlich Trost spenden kann.
00:03:01: Bei denen die wirklich auch liebe Menschen verloren haben ist oft das Dasein und das Wahrnehmen etwas was halt geben kann.
00:03:12: Das was ich aus meinem Amt vielleicht machen darf und hoffentlich machen kann es auch die Botschaft zu senden auf allen Ebenen ist was passiert, ist was getan worden wurde versucht, zu lernen aus dem was hier passiert ist.
00:03:28: Das betrifft den Katastrophenschutz oder uns als Verwaltung.
00:03:31: das geht hoch von den Kommunen.
00:03:33: Das ist bei uns im Kreis ganz viel passiert.
00:03:35: es ist auf der Landesebene etwas passiert und wir investieren auch in das Thema Hochwasservorsorge unter anderem mit der Gewässerwiederherstellung also alles was direkt an der Ahr passiert wo ganz viel Erde abgetragen wird damit der Fluss viel mehr Raum gibt, also alles Aspekte die vielleicht helfen können sich wieder etwas sicherer zu fühlen.
00:03:59: Aber Trost im eigentlichen Sinne ist das definitiv alles nicht.
00:04:04: Sie waren damals in der Flutlacht Bürgermeisterin in Altenahr selber betroffen natürlich genauso geschockt wie alle anderen Menschen auch und mussten im Grunde seitdem funktionieren eigentlich bis heute.
00:04:14: das ganze Thema ist noch nicht abgeschlossen.
00:04:15: haben sie Zeit für sich persönlich eigentlich mal gefunden, innezuhalten, es zu verarbeiten?
00:04:23: Ich hoffe, ich weiß es nicht.
00:04:24: Es zeigt sich dann oft erst nachher weil ich glaube das Leben lehrt einen dass man ganz gut funktionieren kann und manchmal darf man dann überrascht sein ob doch noch was kommt was dann weniger verarbeitet ist als man das gedacht hat.
00:04:38: Ich glaube dadurch dass ich auch Familie Freunde habe mein Mann habe wir reden schon über das ein oder anderen das hilft einfach damit umgehen zu können da auch verarbeiten zu können.
00:04:52: Und ja klar, ansonsten sind die Tage sehr getaktet und es gibt nicht viel Zeit zum Inhalten.
00:04:58: Aber wenn's die mal gibt dann gilt ihr auch dem reflektieren gilt auch dem verarbeiten gilt auch den einfach Kraft zu tanken mit netten Menschen irgendwo in der Natur unterwegs zu sein oft auch hier direkt vor Ort und selber schon genießen was wieder da ist.
00:05:13: Und schön ist das ja hier im Ahrteil.
00:05:14: also sprechen wir gleich noch ausführlich darüber.
00:05:15: Wenn Sie die Augen schließen an diesen Zeitraum an dieses Jahr noch denken Welches Bild taucht bei Ihnen als erstes auf?
00:05:22: Haben Sie ein Bild, was sich eingebrannt hat und mit dieser schrecklichen Krise verbindet?
00:05:31: Ich glaube das ist nicht ein einzelnes Bild.
00:05:33: Aber es sind schlossendlich ganz viele Bilder.
00:05:40: Nach dieser Nacht sah irgendwie die Gegend, die für ganz viele Menschen zu Hause war und einfach komplett anders aus.
00:05:50: Die Natur holt sich... den Raum auch zurück und es wird wieder schön, aber das ist ganz anders.
00:05:54: Ich habe noch am zwanzigsten oder einzwanzigstens Juno in Altnar von der Brücke ein Bild vom Bahnhof gemacht.
00:06:04: Da war alles grün um mit Bäumen bestanden.
00:06:06: Menschen die hier vorher nicht waren, die erkennen das gar nicht.
00:06:09: ich muss denen erklären was sie da drauf sehen und wenn Sie an einer gleichen Stelle sind die erkennen dass nicht.
00:06:13: also es ist ganz viel passiert was mir emotional sehr in Erinnerung geblieben ist, verschiedene Sachen.
00:06:25: Ich habe einen Kontakt in eine Behörde gehabt die für der Hochwasservorsorge zuständig ist.
00:06:36: das war aber das Engagement einer einzelnen Person.
00:06:39: ansonsten habe ich auf keiner Ebene tatsächlich groß wen erreicht inklusive des Landes und des Kreises.
00:06:46: Es gibt keine belastbaren Prognosen, die passen nicht zu dem was passiert.
00:06:50: es kommt keine Hilfe und diese Machtlosigkeit war sehr schlimm.
00:06:56: Die Zerstörung, die wir gesehen haben, war sehr schlimm.
00:06:58: Was aber auch sehr früh dann gekommen ist waren diese unendlich vielen Menschen, die geholfen haben, diese riesige Solidarität und die hatten ich glaube nicht nur mehr sondern ganz viel Kraft gegeben in einer ganz ausweglosen Situation zu sehen.
00:07:13: Ich bin da nicht alleine, ich könnte da nicht allein durch, aber ich muss dann nicht alleine durch und das gibt auch jetzt noch Kraft zu wissen bei all dem was da auch weltpolitisch so im Raum passiert.
00:07:24: wenn es richtig hart auf hart kommt, wenn wir Menschen zusammenstehen können wir ganz vieles miteinander bewältigen und das ist in all dem Leid und dem Elend eine schöne Erfahrung.
00:07:36: Wenn heute Besucher ins Ahrteil kommen, sehen sie vieles was Nagelneuen schön aufgebaut ist.
00:07:40: Sie sehen aber auch noch einige Ruinen.
00:07:42: Wie geht es im Ahrtal heute?
00:07:44: Das Ahrtall ist glaube ich tatsächlich auf einem ganz guten Weg.
00:07:48: Viele Menschen sind wieder in ihren Häusern zurück von den Privatbetroffenen.
00:07:52: das war einer meiner großen Wünsche dass die wieder ihr Zuhause haben.
00:07:58: das ist passiert.
00:07:59: viele Unternehmen haben aufgebaut Die großen Projekte laufen jetzt an, aber die werden auch noch brauchen.
00:08:05: Das gehört auch dazu.
00:08:06: Aber wir haben selber glaube ich schon wieder so ein bisschen eine neue Normalität uns erarbeiten können, haben zwischendurch mal unbeschwerete Tage genießen selber das was wir hier tolles haben an Natur- und Genussmöglichkeiten sind draußen Ja und zugleich bleibt Arbeit und bleibt auch Sorge weil natürlich klar ist es gibt nie hundertprozentigen Schutz Und wer so etwas mitgemacht hat, ganz oft mag Regen nicht mehr so gerne.
00:08:39: Das kann man glaube ich sehr gut nachvollziehen.
00:08:40: über beides wollen wir sprechen.
00:08:42: Was sind Sie wirklich stolz was gelungen ist in den letzten Jahren?
00:08:53: Wir haben glaube ich zusammen mit all den verschiedenen Akteuren ganz viel auf dem Weg gebracht wo man sagt ein einzelnes der Projekte wäre wirklich aufwendig und ganz schwer.
00:09:01: kann man das wirklich umsetzen brauchte Lösungen, wo man früher die Frage noch nicht mehr kannte.
00:09:08: Und wir haben es geschafft alle miteinander diese Lösungen zu finden und umzusetzen – ob sie immer perfekt sind weiß ich nicht aber es sind glaube ich oft gute Lösungen entstanden.
00:09:17: und wenn man guckt wie viele dann auch sich auf den Weg gemacht haben Leute die aufgebaut haben haben auf Stelzen gebaut Kommunen haben Nahwärmenetze aufgebaut zusammen aus der Mitte der Einwohner Die Ahrtalbahn, das durften wir mit erreichen.
00:09:33: Die ist elektrifiziert zurückgekehrt mit einem besseren Takt.
00:09:36: also es entsteht auch ganz viel zu kommen.
00:09:37: Eine unglaubliche Tempo muss man wirklich sagen auch oder?
00:09:40: Dafür hat's auch Gesetzesänderungen gegeben und es war absolute Priorität auf allen Ebenen etwas.
00:09:47: wenn dass die neue Geschwindigkeit beim Bahnbau ist ich glaube dann werden alle stolz aber auch Projektverantwortlichen bei der Bahn waren hier öfter mal relativ emotional.
00:09:58: Ich glaube, das ist auch eine besondere Baustelle für die Bahnen gewesen und auch für die Unternehmen in der Bahn, die hier gebaut haben.
00:10:04: Die waren Teil unserer Familien.
00:10:06: Sie waren E-Twenty-Sieben sind diese Baustellen gelaufen mit den Teams und die waren sehr tief auch in den Dörfern auf den Festen mit dabei, haben einen ausgegeben bekommen.
00:10:17: Gehörten einfach dazu!
00:10:19: Wo sagen sie ganz ehrlich da hätten wir schneller sein müssen?
00:10:24: Also gefühlt emotional wäre schön, wenn alles vorbei wäre und alles schon umgesetzt wäre.
00:10:28: Das ist das Emotion und das andere nicht so ganz miteinander zu verschneiden.
00:10:37: Wir merken dass gerade die Großprojekte nicht frei sind von den ganzen gesetzlichen Vorgaben.
00:10:42: europaweite Ausschreibungen wir dürfen jetzt auch mal an Generalunternehmer ausnahmsweise vergeben sonst muss man mal losweise getrennt vergeben.
00:10:53: Warum solche Regelungen gibt, weiß man.
00:10:54: Aber in solchen Krisenzeiten bremsen die natürlich ganz viel aus.
00:10:59: Wenn man auf die Idee kommt eine Schule nicht nur einfach wieder aufzubauen wie sie zerstört war und mal vor dreißig Jahren vielleicht gut geplant war aber jetzt nicht mehr den neuen pädagogischen Konzepten entspricht Ja, dann muss man erstmal natürlich die Konzepte entwickeln.
00:11:14: Wie passt das pädagogisch?
00:11:15: Was bedeutet das für Räume?
00:11:16: wenn sie dann feststellen jetzt erweitern wir brauchen mehr Platz Dann ist das Neubau der es also erst mal nicht über den Kanal gefördert.
00:11:23: wie kann der gefördert werden?
00:11:25: wie kann man das abgrenzen?
00:11:26: lauter fragen Die Zeit brauchen die wir eigentlich nicht haben.
00:11:31: und dann kann man sagen entweder wir lassen dass oder Wir halten das aus dass die Leute alle sagen Dauer zu lang und versuchen, überall wo es geht das noch zu beschleunigen.
00:11:41: Manchmal mit mäßigem Erfolg muss man auch sagen.
00:11:43: Und dann fangen sie an und stellen sie fest hier liegt noch im Boden ein dicker Hund begraben.
00:11:48: Das muss nicht immer die sprichwörtliche Zweihntfünfzig Kilobombe sein.
00:11:51: Die hat mal letztens auch mal wieder.
00:11:54: aber das kann eben auch sein dass sich der Grund-Wasserspiegel komplett verschoben hat und bestimmte Klassenräume einer Schule auf einmal nicht mehr nutzbar sind sondern neues Gebäude entstehen muss.
00:12:03: Das war im Zeitplan nicht vorgesehen.
00:12:06: Jetzt bedeutet ja auch der Wiederaufbau nicht für alle dasselbe, manche Menschen konnten ihre Häuser wieder errichten andere nicht.
00:12:12: Manche mussten ihren Lebensmittelpunkt komplett verändern.
00:12:16: begegnen diese Geschichten noch sehr häufig?
00:12:21: Nicht mehr so häufig am Anfang schon sehr weil einer der Bereiche wo man nicht mehr aufbauen durfte liegt genau unserem Haus gegenüber.
00:12:29: insofern haben wir Nachbarn schlussendlich wegziehen sehen, die die Nacht überlebt haben und das waren eben auch nicht alle.
00:12:41: Ich glaube der eine oder andere ist auch froh damit dann woanders aufbauen gedurft zu haben oder sich einen anderen Lebensmittelpunkt suchen zu dürfen finanziert Leute die das wollten die eben nicht in diesen besonders gefälligten Bereichen vorgewohnt hatten.
00:13:01: Da war es oft schwer, eine Härtefallregelung zu bekommen.
00:13:05: Oft auch nicht möglich.
00:13:05: die mussten wirklich dort wieder aufbauen wo das Haus stand sonst wäre die Finanzierung nicht gesichert gewesen.
00:13:11: und das ist durchaus schwierig aber viele Menschen kommen aus dem Tal kommen seit Generationen aus dem tal da wohnen Familie Freunde und viele wollten auch deshalb ganz bewusst hier bleiben.
00:13:23: Können Sie verstehen wir Betroffene bis heute das Gefühl haben dass manche Entscheidungen ungerecht sind oder ungerecht waren?
00:13:33: Ich glaube, das liegt fast in der Natur der Sache.
00:13:35: Das sind große Zerstörungen, großes Leid auch große finanzielle Herausforderungen und die Lösung sieht bei jedem anders aus.
00:13:48: Und dass manchmal Kleinigkeiten sein, die man als ungerecht empfindet, es mag auch anders sein.
00:13:54: Es gibt Leute da ist das Haus zwar massiv zerstört kann aber saniert werden.
00:13:59: Und das heißt?
00:14:00: Der Grundriss aus den Sechzigern wird saniert Über Versicherungsgelder.
00:14:04: bei jemandem anders ist entweder das Haus zusammengebrochen oder Ölkontamination.
00:14:09: Die Person baut dann ein komplett neues Haus nach modernen Richtlinien in einer ähnlichen Größe wieder auf, wo.
00:14:14: da legt halt einen Teil dazu und darf nochmal größer aufbauen.
00:14:19: Ist verständlich, wo das herkommt wie dass die Leute jeweils empfinden kann man sich auch irgendwie reinversetzen und insofern gibt es da glaube ich gar keine einfache Antwort zu.
00:14:28: Und manchmal muss man aufpassen, dass man dann auch die Themen nicht über einen Kampf schert.
00:14:33: Aber ja es gibt Unterschiede und manchmal gefühlt fühlt sich das auch unterschiedlich für die Leute tatsächlich an.
00:14:40: Es gibt auch mit einigen Betroffenen gesprochen Stimmen, die sagen der Staat hat uns nach der Flut sehr viel versprochen aber doch wenig davon gehalten.
00:14:48: können Sie es nachvollziehen?
00:14:50: Da müsste man vielleicht auch genau nachfragen, welche Art von Versprechen gemeint ist.
00:14:55: Es gibt den Aufbau-Hilfefonds und wer nicht versichert war bekommt achtzig Prozent des Schadens darüber ersetzt.
00:15:03: Jetzt haben viele Hilfsorganisationen viele Spendenmittel erhalten, um hier in der Region zu helfen.
00:15:09: Und die haben oft auch Gelder dafür verwendet, um diese zwanzig Prozent Eigenanteil auch in Teil mit aufzufangen weil das natürlich auch eine besondere Härte ist gerade wenn vielleicht auch das Haus vorher noch gar nicht zu Ende finanziert war und alte Kredit weiterläuft ohne dass da noch ein Hausstände.
00:15:25: Insofern gab es schon große Höchstmöglichkeiten.
00:15:28: Wenn ich jetzt selber versichert war, habe ich das vielleicht nicht in Anspruch genommen.
00:15:32: und dann ist die Frage was hat mir der Staat versprochen oder was sind auch meine Erwartungen?
00:15:36: Also muss man glaube ich genau hinsehen.
00:15:38: im einen oder anderen Fall wissen wir auch dass die Verfahren bei der ISB, die ja bei uns die Flutgelder in Rheinland-Pfalz auszahlt an die Betroffenen manchmal komplex sind und Zeit brauchen oder manchmal in Stocken geraten sind und wir schon des Öfteren versucht haben, sowohl systematisch als auch in Einzelfällen zu unterstützen, zu vermitteln und Lösungen auf den Weg zu bringen.
00:16:03: Wenn Sie den Wiederaufbau ja ein Prozent ausdrücken müssten?
00:16:07: Wo stehen wir?
00:16:07: Sechzig Prozent, siebzig Prozent.
00:16:09: wie viel haben wir
00:16:11: geschafft?
00:16:12: Wenn ich Planungen mit reinnehme, würde ich sagen, na ja, irgendwas sechzig-fünfundsechzig Prozent.
00:16:17: Dann sind wir so zwei Drittel wenn ich in Bautätigkeit nehme und dann sind wir zumindest mal über die Hälfte drüber.
00:16:24: also diese ganz großen Sachen das ist da nicht mehr die Menge Das sind ja schon einige tausend Häuser gebaut aber die großen Sachen kommen eben.
00:16:32: jetzt hat auch was mit einer Flächenkonkurrenz zu tun.
00:16:35: Solange die Bahn gebaut hat, brauchten wir Gewässer wie der Herstellung nicht machen oder bestimmte Straßen nicht angehen.
00:16:41: Wir brauchen auch die Fachkräfte und die Planung muss mal durch sein.
00:16:44: Aber ja, Planung braucht viel Zeit Und solange geplant wird sieht man nichts.
00:16:50: Dann kann man hoffen dass man Informationen kriegt Die einem sagen sie sind wirklich dran aber das ist eine mühsame zeit weil man Jahre drauf guckt und es tut sich nichts.
00:16:58: Was würden Sie sagen, sind aktuell noch so die größten Baustellen?
00:17:00: Also sind es die Straßen, Sitzbrücken, Schulen, komplexe große Gebäude.
00:17:05: Vielen Dank!
00:17:05: Gute Aufzählung.
00:17:06: Alles klar.
00:17:09: Es sind einzelne kommunale Brücken da, dadurch dass die Bahn da ist und die Inthalen Radwegebrücken mitgebaut hat.
00:17:18: Es sind auch eins in der Straßen schon gemacht, gerade wenn man im kommunale Straßen hier in der Innenstadtlage zum Beispiel von Ahrweiler schaut.
00:17:25: Da ist viel passiert.
00:17:27: die großen Durchgangsstraßen werden halt auch für den Transport von Baumaterial und Massen gebraucht.
00:17:32: Die kann man nur an Teilen jetzt dicht machen.
00:17:35: da kommt noch was.
00:17:36: und gerade die großen kommunalen Gebäude sei es Schulenfeuerwerden oder so die sind jetzt auf einem guten Weg aber Der Weg hat noch ein bisschen Strecke.
00:17:45: Aber was sind da so die größten politischen Hürden auf so einer Streckey?
00:17:48: Sie haben es schon angesprochen, ist es die Bürokratie?
00:17:51: Ist es die Finanzierbarkeit?
00:17:55: Unterschiedlich also da wo mehrere Förderprogramme ineinander wirken müssen, ist das tatsächlich auch die Finanzrierbarkeit.
00:18:01: Geht das zusammen?
00:18:02: wie geht das zusammen?
00:18:03: Wie grenzt sich das ab?
00:18:06: Ist das überhaupt etwas was förderfähig ist?
00:18:09: war das denn vorher da passt dass In den Aufbau oder ist das ein Add-on?
00:18:14: Da haben wir uns am Anfang durchaus über verschiedenste Details.
00:18:19: Wenn ein Haus zweieinhalb Stockwerke hat und anderthalb Stockwerk gestanden unter Wasser, darf ich dann wenn ich energetisch zur heutigen Standardsaufbau oben auch energetisch nachbessern, ja oder nein muss ich das selber zahlen.
00:18:33: Wo hört denn der neue Putz auf?
00:18:35: Solche Themen haben sich mit der Zeit gelöst aber das hat alles Zeit gebraucht.
00:18:38: also Bürokratie hat da durchaus auch mit reingespielt.
00:18:44: Aber das sind einfach Rahmenbedingungen bürokratischer Art, die sind für Friedenszeiten gemacht.
00:18:54: Um vielleicht Korruption zu verhindern?
00:18:57: Um Wettbewerbsgleichheit zwischen Unternehmen in ganz Europa zu ermöglichen oder so und in einer solchen Situation.
00:19:06: Verkompliziert das die Verfahren braucht viel Zeit kostet viel Arbeitskraft, die dann woanders fehlt, kostet auch viel Geld und bringt wenig.
00:19:14: wir haben also sehr viel europaweit ausgeschrieben und wir hatten noch nie ein Angebot auf unsere Ausschreibung außerhalb von Deutschland.
00:19:22: Und da muss man durchaus ran.
00:19:24: Da haben wir, glaube ich auch wie mit dem Vergrößerungsglas unsere Erfahrungen sammeln dürfen weil Bauanträge oder Ausschreibungen die sonst in einem normalen Rhythmus laufen sind halt bei uns im Faktor zehn.
00:19:35: dadurch oder vielleicht den Teilen auch noch mehr und damit haben wir natürlich auch den Faktoren von Erfahrungen können das ein oder andere Thema auch glaube ich ganz konkret benennen dass tun wir auch in Teilen schon um nochmal gesetzliche Erleichterung zu bekommen entteilen, vielleicht uns noch helfen können.
00:19:51: Aber perspektivisch hoffentlich wenigstens anderen helfen sollten sie doch in eine solche ähnliche Situation mal
00:19:57: geraten.".
00:19:58: Und wie erleben Sie da die Unterstützung von Land aber auch gerade von Bund in der Zeit jetzt heute?
00:20:04: Das Land hat uns schon noch sehr im Fokus.
00:20:06: Der neue Ministerpräsident ist ja auch als erstes zu uns gekommen und hat sich einen aktuellen frischen Eindruck hier vor Ort direkt gemacht von der Lage, hat uns auch viele Unterstützung zugesichert.
00:20:18: Auch weitere Staatsministerinnen und Staatsminister aus seinem Kabinett sind schon hier gewesen Und insofern dürfen wir schon hoffen, dass wir weiter eine intensive Unterstützung vom Land auch erfahren dürfen und auch gemeinsam uns auf den Weg machen dürfen für die Fragen, die es vorher noch gar nicht gab, Lösungen zu entwickeln.
00:20:36: Das ist nicht immer trivial aber wir merken das auch.
00:20:39: das Land sich da nach Kräften bemüht wirklich Lösungen so finden und das hat auch bisher dann irgendwann auch gut geklappt.
00:20:47: Wie oft hat Friedrich Merz die Region schon besucht?
00:20:52: Ich hoffe, dass er jetzt kommt.
00:20:54: Mir wurde gesagt das er irgendwann Ende einundzwanzig schon mal da war.
00:20:58: Da habe ich ihn aber nicht gesehen als Bürgermeisterin.
00:21:02: Sie hätten es mitbekommen glaube ich wie der Kanzler hier gewesen wäre?
00:21:04: Also
00:21:04: als Kanzlerin hätte ich das glaube ich mit bekommen.
00:21:06: Ja gut damals war das noch nicht tatsächlich.
00:21:09: Wir hoffen also unbenommen.
00:21:12: weltpolitisch passiert im Moment auch einiges... braucht auch Aufmerksamkeit und Zeit.
00:21:18: Jetzt zum fünften Jahrestag haben wir die Hoffnung, dass wir hier vor Ort sehen und wir haben ihn angeschrieben zusammen mit zwei weiteren Landräten weil wir wissen alles was wir an Hochwasservorsorge betreiben können im Tal sei es jeder einzelne an seinem Gebäude sei es die Kommunen im Ort sei es auch wir als Kreis An der Ahr.
00:21:41: Also wirklich diesem Gewässermehraum zu geben, das alles ist wichtig.
00:21:45: Das ist auch alles für Starkregen oder für klein- und mittlere Hochwässer sehr gut.
00:21:49: Wissen für große Hochwasser reicht das nicht aus.
00:21:52: da braucht es mehr Schutz und das sind große Rückhaltebecken Und dafür gibt es keine Finanzierung weil der auf Behilfe vorstand jetzt nur das finanziert was vor der Flut war.
00:22:03: die Becken waren natürlich noch nicht da dass ein zusätzliche Prävention andersrum.
00:22:09: Hier gab es doch viele Leute, die versichert waren.
00:22:11: D.h.,
00:22:12: die Versicherung haben hier viele Schäden bezahlt, sodass der Aufbohilfefonds die Gelder hergeben würde auch für die Prävention und den Schutz an Leib und Leben und an investierten Steuergeldern.
00:22:24: Und diese Entscheidung müsste jetzt dann fallen.
00:22:27: irgendwann mal?
00:22:27: Diese Entscheidung müsste dann fallen, irgendwann mal.
00:22:29: dafür bräuchte es eine Gesetzesänderung beim Aufbihilfefund Und es braucht eben vorher ein politisches Commitment, weil gedanklich Geld was ich nicht ausgegeben habe, habe ich.
00:22:39: Was ich ausgebe, hab' ich halt nicht mehr.
00:22:42: aber wir können das Geld, was wir nicht haben, eben nicht ausgeben und das ist für uns die Chance wirklich dass die Menschen hier und die Investitionen auch zu schützen.
00:22:52: und die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache.
00:22:55: Dann drücken wir die Daumen, dass er kommt.
00:22:56: vielleicht.
00:22:59: Viele Menschen haben das Atheil in den vergangenen Jahren ganz bewusst besucht aus Solidarität, aber zum Teil auch um zu sehen wie die Region sich entwickelt hat.
00:23:07: Hat die Flur am Ende so paradox?
00:23:09: Das klingt dem Tourismus sogar auch befördert stand heute.
00:23:15: Ich glaube ja.
00:23:17: Also was wir gesehen haben auch schon vor der Flugkatastrophe durch Corona, durften ja viele Menschen nicht mehr weit reisen, nicht mehr fliegen und durften auch nicht viel anders machen außer raus vor die Haustür.
00:23:28: Und das haben die Menschen sehr gerne bei uns gemacht und nicht nur am Gemüseacker irgendwie an der Dorfmitte.
00:23:35: Und damit haben viele irgendwie Wandern für sich entdeckt, Natur für sie entdeckte und die Region.
00:23:41: Das haben wir vorher schon gemerkt und das ist geblieben verstärkt.
00:23:46: Natürlich haben wir, ich glaube eine Bekanntheit erlangt auf die wir eigentlich sehr gerne verzichtet hätten.
00:23:52: aber wenn sie uns dann eben auch hilft touristisch gesehen zu werden und touristisch geschätzt zu werden dann ist das glaube ich was Gutes und dass es so.
00:23:59: also wer viel draußen ist sieht ganz viele Menschen die hierher kommen um ja Freizeit zu verbringen abzuschalten sich sportlich zu betätigen einfach auch in unsere Genusswelten hier einzutauchen, wir haben wunderschöne kleine Restaurants und Cafés.
00:24:19: Wir haben einen international berühmten Wein-Anbau, den man auch verkosten kann.
00:24:25: Gibt noch vieles anderes was man hier erleben kann.
00:24:28: Und A herzliche Einladung und B ja das sieht man an die Menschen, die hier schon sitzen unterwegs
00:24:32: sind.
00:24:33: Und die schönste Zeit im Arter also man kann ja also beginnt eigentlich jetzt gerade erst ne?
00:24:36: Die vielen Feste, die jetzt kommen natürlich dann auch in den Herbst hinein.
00:24:39: Also voll wird es auf jeden Fall
00:24:41: voll wird es auf jeden Fall.
00:24:43: und was wir irgendwann gelernt haben ist, das ist eine Region die ist nicht nur zur Weinlese schön.
00:24:49: Die ist auch das ganze Jahr schön und deswegen haben wir die ein oder andere Veranstaltung auch schon früh im Jahr und auch ohne Veranstaltungen.
00:24:56: sobald das Wetter halbwegs vernünftig ist spätestens am Wochenende sind ganz viele Menschen hier unterwegs Und es gibt dann Wege, die sind sehr gerne genommen.
00:25:06: Es gibt auch noch viele Wege abseits dieser Wege.
00:25:08: Die sind so ruhig, dass man an einem schönen Wochenende hier die Landschaft genießen kann und das mit Ruhe und Muße.
00:25:17: Die Flut war eine der größten Naturkatastrophen in der deutschen Nachrichtsgeschichte.
00:25:22: Würden Sie sagen Deutschland hat was draus gelernt aus diesem Ereignis?
00:25:26: Also das war auf jeden Fall ein destruktives Ereignis und ich glaube die Verwerfungen sind auch über Deutschland hinausgegangen.
00:25:32: Wir sind eigentlich das Land wo andere Menschen, wenn sie verfolgt oder in Not sind irgendwie Hilfe und Zukunft suchen.
00:25:40: und mitten in einem solchen Land kann so etwas passieren dass tausende von Menschen alles verlieren was Sie haben, dass eine Region völlig zerstört ist Und diese Dimension des Leides hat all das überschritten was sich die Leute professionell vorgestellt haben, auch im Bereich des Katastrophenschutzes war das so in einer solchen Form nicht denkbar und ich glaube ja da haben auf allen Ebenen die Menschen was draus gelernt.
00:26:06: Aber wo stehen wir im Katastrophe-Schutz heute aus Ihrer Sicht besser dar als noch vor fünf Jahren?
00:26:12: Das Land zum Beispiel hat ja das neue Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz eingerichtet.
00:26:16: Und hat dort auch auf der Kreisebene eine Anlaufstelle geschaffen, die zum einen im Monitoring immer da ist, die dann auch koordinierend relativ flott mit eingreifenden unterstützen kann.
00:26:28: Auf der Krisebene haben wir eine Stabstelle im Haus gegründet Fachpersonal eingestellt im Brand- und Katastrophenschutz.
00:26:36: Wir haben in der Verwaltung den sogenannten Verwaltungsstab nochmal neu überplant und beübt, wir haben im Katastrofenschutz die ganzen Einheiten geschult.
00:26:49: Wir habe mehr in Ausrüstung und Ausstattung investiert es laufen viele übergreifende Übungen Alarm- und Einsatzpläne sind da.
00:26:56: Das ganze Landesrecht im Bereich Brandt und Katastrophenschutz ist neu aufgesetzt worden mit deutlich klareren Vorgaben, wo auch mit entsprechenden Risikoanalysen geschaut wird.
00:27:07: wie weit erfüllen wir die schon?
00:27:09: Wo haben wir noch einen Delta?
00:27:10: Und da sind wir jetzt dabei mit unseren politischen Gremien zu beschließen in welchem Zeithorizont wir mit finanziellen Investitionen dieses Delta an Material auch nochmal überbrücken was wir auch gemacht haben, ich glaube das liegt teilweise in der Natur der Sache.
00:27:32: Es gibt eigentlich gab es früher nach Ende des Kalten Krieges in Deutschland keine Kanäle mehr um die Bevölkerung zu wahren.
00:27:39: also so ein bisschen
00:27:40: radio.
00:27:42: ist jetzt die Frage wer hat das nachts laufen und wird davon geweckt oder so?
00:27:46: Oder ist die Redaktion noch besetzt und versteht dass sie handeln muss?
00:27:51: Und wir hatten im Jahr ein Jahrhundert Hochwasser.
00:27:53: Das heißt, das war das Schlimmste seit Jahrhundundzehn und die Leute haben gedacht okay wenn es mal richtig schlimm wird wissen wir ja wie's aussieht und darauf waren wir auch ganz gut vorbereitet.
00:28:03: Damit die Leute das einordnen können.
00:28:04: Im Jahrhunde hat man höchster Pegelstand seit Jahr neunzehnten drei Meter einundsebzig Pegelhöhe in Altenaar und einundzwanzig hatten wir zehn Meter.
00:28:14: also damit war jegliche Vorbereitung eigentlich für die Katz weil die Dimensionen zu klein waren, auch wenn sie eigentlich nach der reinen Lehre mehr als ausreichend war.
00:28:24: Das muss man auch sagen so und die Menschen hätten auch teilweise sind Sie gewarnt worden gefragt worden?
00:28:32: Da kommt was, kommt raus geht raus aus dem Haus.
00:28:36: Die haben dann gesagt ich war ja zwanzig sechzehntender krieg schon hin sonst gehe ich ein Stockwerk höher da sind die Häuser weggeschwommen.
00:28:42: das kann man sich gar nicht vorstellen.
00:28:43: und mittlerweile sind auch die Menschen deutlich sensibilisierter.
00:28:47: Sie hören mehr zu, sie sorgen selber vor und informieren sich.
00:28:50: aber es gibt ganz andere Möglichkeiten zu warnen.
00:28:52: hier bei uns im Ahrtal wer das schon gesehen hat im Flutgebiet stehen überall schon die digitalen Sirenen wo man nicht nur Einsatzkräfte sondern auch Bevölkerung jetzt endlich warnen kann.
00:29:01: der Kreis wird hundert Prozent der Siren in all seinen Kommunen finanzieren um dir auf digitale Sirene umzustellen.
00:29:09: Es gibt jetzt sowas wie Cell Broadcast, was dann nach der Ahrflut auch in Betrieb genommen ist.
00:29:13: So dass man keine Warn-App auf dem Handy haben muss, es muss halt noch geladen sein und irgendwo eine Zelle eingemeldet.
00:29:19: aber dann geht auch nachts der Alarm sehr laut los und warnt ein.
00:29:23: also auch die Möglichkeiten die Bevölkerung zu erreichen sind deutlich besser als sie das im Einzwanzig waren
00:29:28: Als Redaktionen wir waren tatsächlich damals auch besetzt haben berichtet hatten auch im Vorfeld mit unserem Erwettermann Carsten Brandt die Prognosen versucht möglichst abzubilden.
00:29:37: Und auch insofern reagiert das in unserem Verberatungsgebiet, die Einsatzkräfte uns sich draufschalten können.
00:29:43: Also sie können sofort das Radiprogramm unterbrechen und eben diese Warnungen durchgeben.
00:29:47: aber wie gesagt wichtig ist natürlich dass wir dann auch funktionieren das Radio im Falle an der Seite haben.
00:29:52: Sie haben eine ganz positive Sache schon angesprochen nämlich diese unglaubliche Solidarität die es gegeben hat.
00:29:56: damals
00:29:58: Ist das
00:29:59: vielleicht wirklich ja das stärkste Fund was geblieben ist?
00:30:03: Diese Erfahrung, diese Solidarität, dass Menschen sich gegenseitig absolut auferbungsvoll helfen?
00:30:09: Aus meiner Sicht ist es glaube ich eine der ganz beeindruckenden Erfahrungen und der Erfahrungen die auch ganz viel Ruhe und Kraft geben für das was noch kommen mag.
00:30:20: Also wenn so richtig hart auf hart kommt dann stehen die Menschen zusammen.
00:30:26: Wir haben auch andere Sachen erfahren müssen.
00:30:29: Das ist aber auch so von den Mengen her, wenn man guckt wie viele haben geholfen versus wer meinte vielleicht noch irgendwo sich bereichern zu müssen.
00:30:39: ganz klar das Pendel ist bei denen die geholpen haben und zwar ganz überwiegend Querbeet, ganz bunt von jung bis alt.
00:30:49: Von ganz nah aus den Nachbardörfern die gerade nicht betroffen waren bis hin zu Leuten die von ganz weit hergekommen sind Menschen die ihren Urlaub abgebrochen haben.
00:31:00: Wir hatten Leute hier die waren am Vortag hier wandern Die haben die Nacht überstanden sind einmal nach Hause gefahren Haben im Dorf einen Rundruf gestartet und haben die Autos voller Sachspenden eingeladen Und sind vier Stunden später wiederher gekommen.
00:31:13: Also wirklich auf jeder Ebene alles erlebt.
00:31:16: Und das ist sehr, sehr beeindruckend und es gibt ganz viel Kraft.
00:31:20: Gibt es einen Ort hier im Ahrtal?
00:31:23: An dem Sie heute ganz gerne stehen der Ihnen vielleicht auch zeigt trotz allem egal was gewesen ist hier.
00:31:28: Das ist so mein Hoffnungsort.
00:31:35: Bin Biologin und ich bin immer noch begeistert von dieser unglaublich schönen Natur.
00:31:43: Die A hat uns ein bisschen das zu Hause genommen und da bin ich so ein bisschen manchmal böse.
00:31:48: Aber eigentlich ist sie sehr, sehr schön.
00:31:52: es kommt ganz viel zurück.
00:31:53: dadurch dass ich gebürtig von einer Nordseeinsel bin mag ich ganz gerne weiter Horizonte.
00:31:59: Das heißt, wir haben hier so zwei auch an der Ahr sehr schöne Burgruinen eine wo noch viele Mauern stehen, eine wo mehr eigentlich das Plateau steht noch, wo die Ruine war.
00:32:09: wenn man da hoch geht hat man einen ganz wunderschönen Blick über Weinberge, über Wälder und auch über den Fluss und sieht wie er wieder sich die Natur zurückerobert und wie auch die Baumaßnahmen am Gewässer um dem Gewässermehrplatz zu geben Voran kommen oder wo auch die großen Baustellen, kommt immer gut beobachten.
00:32:29: Wie geht die Bahnbaustelle voran?
00:32:30: Das ist ganz schön!
00:32:31: So das tut auch gut.
00:32:32: da kann man dann Kraft tanken und viele Wege führen dahin also auch abwechslungsreich.
00:32:38: dafür mit diesem hoffnungsvollen Blick wünsche ich Ihnen wirklich alles Gute und viel Glück und eine tolle Zukunft für das Ahtal hier.
00:32:44: Vielen Dank Frau Waggelt.
00:32:46: Volker Groß das vier Ohr im Gespräch vielen dank dass ihr zugehört habt und Ich würde mich natürlich sehr freuen wenn er auch in Zukunft mit dabei seid.
00:32:54: diesem Podcast abonniert.
00:32:56: Statt mir gerne eure Meinung zu dieser Folge oder wenn ihr euch als nächsten Gast wünscht!
00:33:01: Danke, bis zum nächsten Mal.
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