Riskiert die Stadt Bonn den Super-GAU? Generalmusikdirektor Dirk Kaftan fordert klare Aussagen!
Shownotes
Wie viel Kultur können wir uns in Bonn noch leisten? Immerhin sind wir die Beethovenstadt. Was wollen wir eigentlich? Die Bonner Kulturszene und ihre drei Intendanten wirken aktuell ratlos. Nicht zuletzt durch die Hiobsbotschaft rund um die Bonner Oper. Das Gebäude ist so marode, dass es nur noch wenige Jahre bespielbar ist. Neubau oder Sanierung würde – je nach Modell – zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro verschlingen. Wo soll dieses Geld herkommen? Kluge Köpfe und Entscheidungen müssen her, fordert der Generalmusikdirektor der Stadt Bonn, Dirk Kaftan.
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00:00:00: Ich glaube, dass die Situation sehr, sehr ernst ist.
00:00:02: Und ich glaube das Worst Case, so ein Bürgerentscheid gegen Oper, gegen Theater natürlich die totale Katastrophe wäre.
00:00:11: und es gilt ohne Oper sehe ich, dass alles hier wie ein Kartenhaus zusammenbricht.
00:00:19: Das
00:00:19: Vier Ohrengespräch mit Volker Kruchs Wie viel Kultur können wir uns in Bonnoch leisten?
00:00:26: Immerhin sind wir Beethovenstadt.
00:00:28: Was wollen wir eigentlich?
00:00:30: Die Bonner Kulturszene und ihre drei Intendanten wirken aktuell ratlos.
00:00:34: Nicht zuletzt durch die Hubsbotschaft rund um die Bonner Oper.
00:00:38: Das Gebäude ist so marode, dass es nur noch wenige Jahre bespielbar ist.
00:00:42: Neubau oder Sanierung würde je nach Modell zwischen fünfhundert Millionen und
00:00:47: einer
00:00:47: Milliarde
00:00:48: Euro verschlingen.
00:00:50: Wo soll das Geld herkommen?
00:00:52: Kluge Köpfe und Entscheidungen müssen her fordert der General Musikdirektor der Stadt Bonn Dirk Haftan, herzlich willkommen.
00:00:59: Hallo!
00:01:00: Herr Kafter wie geht es Ihnen gerade als Kulturschaffender in dieser Stadt?
00:01:06: Es sind bewegte Zeiten der Laden läuft aber nicht von alleine.
00:01:11: Was sind das also?
00:01:12: ich habe es gerade schon gesagt es gibt unfassbar große Herausforderungen gerade indem wir uns in der Kultur-Szene hier an Bonn bewegen.
00:01:18: welche drei Fragen würden Sie sagen sollten möglichst schnell geklärt werden?
00:01:23: die Frage Was will Bonn überhaupt mit dem Thema Kultur?
00:01:27: Das ist entscheidend für uns Kulturschaffende.
00:01:29: Warum habt ihr uns hierher geholt, wie definiert ihr euch als Kulturstadt?
00:01:33: was gehört dazu und in welcher Verbindung steht das alles zum thema Beethoven?
00:01:38: Woran erkennt man denn aktuell dass wir überhaupt Beethoven statt sind?
00:01:42: Ja gute frage es ist immer die Frage wie man Beethoven versteht.
00:01:45: Wir und auch des Beethoven fest leben den Begriff Beethoven also ein sehr weites inspirationsfeld.
00:01:51: wir versuchen damit auch Grenzen zu überschreiten, Schubladen aufzubrechen.
00:01:59: Menschen zu verbinden weil letztendlich Beethoven ja eine Musikerpersönlichkeit ist die man auch nicht nur in zwei Sätzen beschreiben kann.
00:02:07: Sie haben gerade schon die Frage selber aufgemacht nach den Einrichtungen wenn man Beethoven statt sein möchte ganz ganz wirklich mal subjektiv.
00:02:15: ihrer Meinung nach welche Einrichtung braucht es dafür?
00:02:18: um das wirklich dick zu unterstreichen?
00:02:20: wir sind Beethoven
00:02:21: statt.
00:02:21: Beethoven Stadt heißt für mich erstmal Kulturstadt.
00:02:23: Bonn will was besonderes sein, nach innen und nach außen.
00:02:28: Und dazu gehört ein Bekenntnis zu Akteurinnen zu Institutionen, zu KünstlerInnen die man hier in die Stadt holt mit einem ganz bestimmten Auftrag.
00:02:38: Für mich gehört dazu ganz klar ein Theater mit den Sparten Schauspiel und Oper.
00:02:42: am liebsten gehört auch noch Tanz dazu was wir ja über die Tanzgasspiele abdecken.
00:02:47: es gehört natürlich dazu so etwas wie das Beethoven Haus und das Beethoven Fest und es gehört eine lebendige freie Szene dazu.
00:02:55: denn letztendlich heißt Beethoven statt nicht dass man den ganzen Tag Beethoven spielt
00:02:59: Aber das Beethovenorchester gehört schon auch dazu.
00:03:00: Das haben Sie jetzt vergessen?
00:03:01: Habe ich das
00:03:02: vergessen,
00:03:03: das kann
00:03:03: nicht sein!
00:03:04: Nein, das ist natürlich selbstverständlich... Ich denke immer von uns auf die Perspektive der anderen heraus.
00:03:12: aber das BeethovenOrchester speist sich ja auch letztendlich aus dieser vielfältigen Funktion zwischen in der Oper spielen für die Menschen da sein und mit den Partnerinnen in der Stadt zusammenzuarbeiten.
00:03:28: Jetzt haben sie das gemacht.
00:03:29: wie viele Kulturmenschen.
00:03:31: Ich will, ich will, so eine Wunschvorstellung dessen was perfekt wäre Ja, ist es aber nicht mehr weil wir das nicht bezahlen können.
00:03:39: Was sagen Sie den Menschen die sagen moment mal Kultur schön?
00:03:41: Aber Kitas Schulen Straßen sind eben für mich wichtiger.
00:03:43: was antworten sie denn?
00:03:44: ich finde dass dieses entweder oder Nicht aufgeht.
00:03:47: das funktioniert nicht in unserer Gesellschaft wenn man dann unterm Strich auch Mal vergleicht Wie viel ist es denn wirklich was für kultur und bildung ausgegeben wird im verhältnis zu anderen Dingen?
00:03:57: also diese Verhältnismäßigkeit ist eine Eine auch ein bisschen populistisches argument was sich nicht gelten lasse.
00:04:03: Wenn wir etwas wollen, dann wird es auch Wege geben das gemeinsam umzusetzen.
00:04:09: Und ich glaube dass es jeden Pfennig wert ist in Bildung und Kultur zu investieren In dieses was uns doch zusammenbringt Was uns zusammenhält worauf wir stolz sein können in einer Gesellschaft in einer Stadt.
00:04:24: und letztendlich klar Es wird von Geld gesprochen aber seien wir doch mal ehrlich es geht um die Menschen und deshalb is für mich an aller erster Stelle das Eintreten für die Künstlerinnen und Künstlern, für die Musikerinnen und Musiker.
00:04:36: Für die Sängerin und Sänger!
00:04:37: Für alle, die dort zusammenarbeiten und denen eine Basis schaffen durch kluge Planung, durch kluges nach Vorden denken und gleichzeitig aber auch durch ein bewahren von sinnvollen Dingen was es ausmacht.
00:04:51: also ich kämpfe dafür eben genau diese Frage wollen wir Kita oder Kultur?
00:04:56: Die Frage hinkt und die funktioniert
00:04:58: so nicht.
00:04:58: Na ja naja die funktioniert schon wenn man in den Haushalt guckt.
00:05:01: Also wenn man jetzt beispielsweise auch die Zahlen sieht, die durch die Gegend gegeistert sind gerade was das Thema Neubau-Opa angeht dann sind wir in Dimensionen... Das ist ja irre!
00:05:10: Wenn wir die Opa offensichtlich an gleicher Stelle neu bauen wollen, da sind wir bei siebenhundertfünfzig Millionen Euro.
00:05:16: Wir alle wissen dass so eine Stadt selten ohne Kostensteigerung durchkommt.
00:05:21: also wir sind bei fast einer Milliarde.
00:05:24: Da geht es natürlich um Zahlen und da geht das andere eben nicht mehr.
00:05:30: nicht geht.
00:05:30: Man muss das andere vielleicht anders denken und deshalb plädiere ich auch dafür gemeinsam, diese Fakten alle auf den Tisch zu legen und keine Lösung von vornherein auszuschließen wenn die Frage am Ende ist dass uns die Sachlage sagt Ein O-Bahnhaus am Rhein ist zu teuer.
00:05:46: Das schaffen wir nicht in Bonn, dann werden wir dafür eine andere Lösung finden.
00:05:49: es gibt im Moment diese Idee mit Boyle.
00:05:52: das hat viele Vor und Nachteile.
00:05:54: aber erst einmal ist es doch ein eine Denkgewehr zu sagen ja dann lasst uns doch alle mal Ergebnis offen an den Tisch setzen und sagen, was können wir?
00:06:04: Was wollen wir?
00:06:05: Wir Kulturschaffenden sind ja für die Inhalte zuständig.
00:06:09: Die äußeren Hüllen das schaffen wir nicht alleine!
00:06:11: Das muss man schon gemeinsam stemmen und ich bin eigentlich guter Dinge dass wir diese Debatte konstruktiv führen können so lang sich das nicht irgendwie ideologisch zerspaltet.
00:06:22: Kultur ist schön aber Kita-Schulen und Straßen sind mir wichtiger.
00:06:25: wissen Sie wer den Satz so sinngemäß gesagt hat?
00:06:27: Nein.
00:06:28: Der Bonner Oberbürgermeister Gito Dios
00:06:31: Naja, in gewisser Weise hat er ja auch recht damit, dass es Dinge gibt.
00:06:33: Wir haben ja diese Relevanzdebatte in der Pandemie geführt.
00:06:37: Was ist eigentlich relevant und was kann weg?
00:06:41: Und ich plädiere aber dafür ... dass was nicht materiell ist, was uns zu uns selbst bringt.
00:06:49: Was uns reflektieren lässt und was uns zum Menschen macht.
00:06:53: Dass wir das nicht als kann weg abtun sondern dass wir es auf eine Ebene stellen mit den anderen Dingen auf einen Tisch legen und dann schauen wie können wir den Bedürfnissen gerecht werden?
00:07:05: Aber dieses Entweder oder Wichtiger Nichtwichtiger Das Ist Eine Nichtzulösende Und irgendwie auch Absurde unsinnige Debatte in meinen Augen.
00:07:16: Im letzten Podcast hat der Oberbürgermeister diesen Satz hier gesagt
00:07:20: Wenn Sie mich als Privatperson fragen, dann könnte ich persönlich weil ich andere Prioritäten habe auf eine Oper verzichten.
00:07:27: Als sie den Satz gehört haben was haben Sie da gedacht?
00:07:31: Naja Ich hab den Satzt schon gekannt von ihm.
00:07:33: er geht da ja ganz offen und ehrlich mit um.
00:07:36: Das ist jetzt erstmal eher persönlich.
00:07:38: Mir war in dem Moment nicht ganz klar, spricht er als Gido Deos Privat?
00:07:42: Sprich da als OB?
00:07:44: Mehr als Gito Deos Privats das muss man mit der Ferre... weil er auch dazu sagt, also er hat schon den Blick darauf das für Bonn die Oper wichtig ist.
00:07:50: Aber er privat könnte auf die Oper verzichten, weil er andere Prioritäten setzt?
00:07:53: Ja ich privat kann auch ganz viele Dinge verzichten und setze bestimmte Prioritäten akzeptiere aber auch dass eine Gesellschaft einfach ein Angebot der Vielfalt braucht.
00:08:05: und gerade dieses Thema Kultur.
00:08:07: setzen wir uns doch noch mal zurück an dem Punkt wo erfunden wurde warum wird Kultur gefördert?
00:08:11: man hat gesagt man möchte den Zugang schaffen Zugänge schaffe, Zubildung zu Kultur.
00:08:18: kann ich nicht gleichzeitig den Willen der Menschen diktieren diesen Zugang also in hundertprozentiger Breite auch zu akzeptieren.
00:08:25: Wir haben hier in Bonn die besondere Situation dass wir Auslastungszahlen haben von denen ganz Deutschland träumt.
00:08:32: Also die Menschen kommen und wollen das auch wirklich in einer größeren Breite der Gesellschaft, als es an vielen Orten der Fall ist.
00:08:40: Da ist vieles falsch dran wenn man sagt das ist nur für die Oberen Zehntausend!
00:08:44: Das ist sogenannte Hochkultur, die nur die Reichen und Schönen anspricht.
00:08:47: Das is Bullshit.
00:08:49: Wir sprechen unfassbar viele Leute an und darauf kann diese Stadt verdammt noch mal stolz sein.
00:08:54: Und ich weiß dass Guido Deos es auch ist und deshalb ist dieser Satz Ich persönlich brauche die Oper nicht Für mich jetzt erstmal nicht beängstigend so lange als ob er den Blick auf was dann am Ende des Tages eine Identität einer Stadt ausmacht?
00:09:08: Naja, wenn ein Oberbürgermeister sowas öffentlich sagt – das hat er getan hier in diesem Podcast als Oberbürgermeister der Kulturstadt Bonn.
00:09:15: Die Sie auch gerade ja nochmal unterstrichen haben!
00:09:17: Der Beethoven-Stadt Bonn ist das nicht problematisch aus Ihrer
00:09:21: Sicht?!
00:09:23: Ich habe gedacht, ich muss ihn öfter mal an die Opa einladen und dann... Ich glaube
00:09:27: daran mangelt es nicht dass er jetzt eine Karte kaufen müsste oder?
00:09:29: Also daran an der Kohle wird sich scheitern.
00:09:31: Nein natürlich ist das einen Satz der mir nicht gefällt!
00:09:35: Ist doch klar aber ich respektiere doch die Bedürfnisse eines jeden Einzelnen.
00:09:40: und andererseits kämpfe ich dafür dass wir diesen großen Schatz diesem Zugang auch wirklich mit stolz vor uns her tragen, was wir hier haben und dazu stehen.
00:09:53: Und es fördern und das weiterentwickeln und von mir aus auch mal bewahren vor Dingen die keine gute Entwicklung sind.
00:10:01: ich glaube da so sehr dran dass wir einen anderen Zugang zu uns selbst sind kriegen eine andere Selbsterfahrung, ein anderes Miteinander.
00:10:09: Wenn alle in diesem Saal sitzen und einfach mal die Klappe halten gemeinsam Live-Erlebnis haben was in die Tiefe geht das nicht in zwei Sätzen zu beschreiben ist Komplexität auch mal zulässt Auch Widerspruch zulässt Und gut wie wir es gerade erfahren haben in der letzten Opern Premiere Das gehört alles dazu und dass Es Einfach Was nach meinem Verständnis Zu jeder Zivilisation und schon gar zu einer Kultur Nation gehört.
00:10:33: Ich nehme ihn auch absolut ab, weil sie sind Künstler und Musiker.
00:10:37: Sie lieben das was ich tue.
00:10:38: Sie sind ehrlicherweise in der Beethovenstadt Bonn das Gesicht der Superstar, der vorne dran steht.
00:10:44: Wenn man jemanden als Rollmodel auf Plakate kleben müsste um die Beethovenstadt dann wären sie das sicherlich.
00:10:49: Aber es geht ja um mehr.
00:10:50: Es geht momentan darum dass wir mittendrin stecken In einer Debatte die genau diese Frage aufmacht.
00:10:56: Die eine zentrale Frage, wie viel Kultur und genau was wollen wir uns in Bonn eigentlich leisten?
00:11:01: Und manche bewerten das jetzt so dass der Politik die Geschwindigkeit der wirkliche Umsetzungswille vielleicht sogar die Empathie fehlt für das Thema Kultur
00:11:13: gute Gespräche gehabt und ich habe das Gefühl, wir können auf einer guten Ebene zusammenreden.
00:11:18: Im Moment ist so viel an Strukturdebatte, an Fragen im Gange... Ich bin mal als Musiker nach Bonn gekommen, ich hab das Gefühl ich bin immer mehr Manager.
00:11:29: Es gibt den Punkt für mich als Künstler wo ich nur sagen kann Wir haben hier ein Angebot ihr habt uns nach Bonne gehört Für einen bestimmten Auftrag Und das und dass brauche ich für diesen Auftrag und dann ist es aber nicht an mir zu entscheiden ob Bonn das will oder ob man das kann.
00:11:44: Das ist eine Frage der Stadtgesellschaft und am Ende des Tages der Politik, wir leben in einer Demokratie und wenn die Demokratie morgen entscheidet, wir schaffen das Beethovenorchester ab und wir schaffen die Oper ab dann ist es eine Entscheidung, die ich nicht gut finde aber mit der Mann dann vielleicht eher... umgehen kann, als wenn man immer quasi das ganze System ausbluten lässt und den Künstlerinnen das Gefühl gibt sie müssen sich hier recht fertigen dass sie jeden Tag ihr Herzblut vergießen für dieses Stadt.
00:12:14: Naja, man muss aber natürlich jetzt entscheiden weil sonst entscheidet die Zeit über beispielsweise die Bonner Oper.
00:12:19: Das Ding ist so marode, dass es angeblich nur noch fünf Jahre hält.
00:12:22: Wenn man da nicht zu der Lösung kommt dann ist das Ding weg Und dann kommt vermutlich auch nicht so schnell wieder.
00:12:28: Wenn die Oper weg ist, wenn's die nicht mehr gibt sind Sie dann auch weg?
00:12:31: Gehen Sie dann auch?
00:12:34: Meine Vertragsverlängerung, es ist an den Fortbestand der Oper gekoppelt.
00:12:37: Ja ich bin der GMD auch der Oper und ich glaube daran dass eine Kulturstadt Bonn nur dann glaubwürdig ist wenn's ein funktionierendes Theater gibt.
00:12:46: Ich arbeite aktiv an einer Veränderungen und auch am Weiterdenken und durchaus auch an den an den Mitteln.
00:12:57: Geschichte der letzten fünfzig Jahre gab.
00:13:00: Hundert drei Musiker?
00:13:01: Ja, hundert drei.
00:13:03: Seine magische Grenze sage ich nochmal weil man wenn man da runtergeht einfach im Angebot komplett zusammenbrechen würde und auch in der Qualität vor allem.
00:13:12: Ich kann diese Dinge benennen, ich kann aber auch an einem bestimmten Punkt nur sagen Das brauche ich um meinen Qualitätsanspruch und meinen Auftrag recht zu werden.
00:13:21: Und wenn das nicht mehr geht dann bin ich tatsächlich wahrscheinlich am falschen Ort.
00:13:25: Aber da sind wir ja noch lange nicht.
00:13:27: Das ist nur die Antwort auf die Frage Sind sie denn weg?
00:13:29: Ohne Opa sehe ich dass alles hier wie ein Kartenhaus zusammenbrechen.
00:13:37: Wir sprechen darüber auch über ihren Vertrag gleich nochmal und wie es weitergehen kann.
00:13:41: Ich will noch mal auf das Thema zurück, wer steuert eigentlich den Prozess?
00:13:44: Also wer ist jetzt momentan aus ihrer Sicht derjenige, der diese zentralen Fragen klärt?
00:13:48: Sie haben schon gesagt Es ist die Politik.
00:13:51: Aber sind es nicht auch sie drei also sie drei Intendanten Helmig Walter Kaftern den Hut aufhaben müssten, um wirklich mal in der Gesellschaft diese Fragen zu klären.
00:14:01: Dass man sagt das wollen wir und das wäre auch wichtig für die Stadt.
00:14:04: Also ich muss mal sagen... Ich weiß diese Frage wurde ja schon öfter gestellt.
00:14:07: Erstmal beantworten wird diese Frage jeden Tag auf dem Platz.
00:14:11: Warum sind wir hier?
00:14:12: Was wollen wir?
00:14:12: Was ist das Angebot?
00:14:13: Das beantworteten wir mit jedem Konzert und jedem Projekt!
00:14:17: Und ich habe in diesen letzten zehn Jahren gezeigt dass wir auch ohne Hüllen, sprich ohne Beethoven-Halle diesem Auftrag gerecht werden können.
00:14:25: Wir sind für die Inhalte zuständig und wir können sagen, was wir brauchen um diese Inhalten möglichst intensiv an die Menschen zu bringen.
00:14:34: Das tun wir!
00:14:34: Wir tauschen uns sehr intensiv aus aber unsere Aufgabe ist es jetzt nicht eine Variante in den Köpfen festzuschrauben, bevor überhaupt die Faktenlage geklärt ist.
00:14:46: So viel ist hier abhängig bei der Debatte von Stadtentwicklungsfragen und Fragen der Weiternutzung – was ist mit Bad Godesberg?
00:14:54: Was ist mit dem Areal am Rhein?
00:14:56: Wie soll so ein Standort Boyle aussehen damit er richtig cool wird.
00:15:02: Daran können wir arbeiten, daran werden wir arbeiten wenn die Stadt sagt das ist der Weg.
00:15:06: aber diesen Weg alleine schaffen wir nicht!
00:15:08: Wir brauchen die Flankierung von Gesellschaft Politik und den Fachleuten im Bereich der Stadtentwicklung und wir brauchen absolut verlässliche Zahlen auf die wir uns berufen können damit wir hinterher nicht wieder hier sitzen und sagen doch alles so teuer geworden.
00:15:24: wie rechtfertigt eure Arbeit?
00:15:26: Der Oberbürgermeister hat in einem Pressegespräch wörtlich die Jahrhundertidee vorgestellt, nämlich genau das was Sie gerade gesagt haben.
00:15:33: Opa und Schauspiel wechseln die Reinseite gehen nach Beul.
00:15:36: ist das der große Wurf aus Ihrer Sicht?
00:15:40: Also mir macht es Spaß darüber nachzudenken.
00:15:43: was wäre wenn?
00:15:44: und mir machtes Spaß diese Idee Beul mit Inhalten zu füllen.
00:15:48: wir haben bei der Debatte gemerkt wie viele Menschen hier auch sehr schnell glaube ich vielleicht zu früh Schlüsse ziehen und auch Szenarien im Kopf aufbauen, die ein bisschen vom Panik geprägt sind.
00:16:03: Ich kann nicht beantworten ob das der große Wurf ist.
00:16:07: ich kann nur sagen dass wir eine Offenheit brauchen im Draufschauen auf die Möglichkeiten und wir brauchen, sagen wir mal diese innere Offenheid Damit es überhaupt die Chance gibt, dass das ein großer Wurf wird.
00:16:21: Wenn der große Wurf am Ende ist, die Oper bleibt am Rhein und die wird anders gestaltet oder dort aufblühen.
00:16:28: Und wir schaffen andere Möglichkeiten, die quasi die Kultur an diesem Ort... weiterführen lässt, dann ist das auch wunderbar.
00:16:38: Aber da sind wir nicht!
00:16:39: Wir sind bis vor ein paar Wochen davon ausgegangen, dass dieses Haus sanierbar ist und diese Info ist so neu für alle, dass wir jetzt über diesen Beustandort nachdenken.
00:16:48: Ich kann nur appellieren dazu, dass man sich das in Ruhe anguckt.
00:16:52: Das sind so große Fragen.
00:16:54: wenn wir jetzt hoppla-hop zu irgendeinem Entschluss kommen ohne dass wir uns an der Nase gepackt haben und gefragt haben wie es denn die Nachnutzung?
00:17:02: Was passiert mit Bad Godesberg?
00:17:04: alles dann unterm Strich am Ende doch.
00:17:07: Und wie können wir dieses Boil als Stadtentwicklungsidee vielleicht sogar so groß machen, dass man sagt Bonn ist eine der wenigen Städte die wachsen und dann kann man auch das Zentrum noch erweitern?
00:17:19: Also das macht schon Spaß darüber nachzudenken.
00:17:23: Gleichzeitig schlägt mein Herz natürlich für dieses Opernhaus am Rhein!
00:17:27: Wie toll ist dieser Standort und wie wunderschön es dort zur Arbeit zu gehen.
00:17:33: und eine Vorstellung.
00:17:35: Aber noch mal vorab, wir kommen immer an den Punkt.
00:17:37: Den muss das irgendjemand steuern und man muss das klug und wahrscheinlich auch nicht überhastet in die Wege leiten.
00:17:41: von Naturwegen müsste dass die Kulturdezernentin eigentlich machen?
00:17:43: Frau Schneider-Böninger ist sie die Richtige an der Stelle?
00:17:46: Also Sie tut das und sie muss auch wie alle in diesem Prozess gestützt werden.
00:17:52: Sie muss vom OB gestütst werden, sie muss von uns gestützed werden.
00:17:56: Wurzi gestützte?
00:17:58: Von Ihnen?
00:17:59: also es ist eine gute Ausgabe.
00:18:00: von wem?
00:18:00: Von ihnen?
00:18:03: Ich hab das Gefühl, dass ich sie stütze.
00:18:05: Ja und dass Sie auch... Ist ja ein
00:18:06: Gefühl, daß Sie sie stützen?
00:18:09: Das müssen Sie fragen ob sie gestützt wird durch mich!
00:18:12: Aber
00:18:12: ich frage Sie, ob Sie sie für eine gute halten an der Stelle.
00:18:15: Ich finde, dass sie jemand ist der sehr klug und auch sehr weitsichtig auf Menschen zugeht.
00:18:24: Die uns einbindet.
00:18:26: Sie ist immer ansprechbar.
00:18:28: Und sie ist an vielen Punkten vielleicht gegen die Wand gelaufen in den letzten Zeit.
00:18:36: In der Bewertung verdient sie etwas mehr Fairness.
00:18:41: Das Kulturschaffende über Kulturdezernenten laut lästern, das ist nichts Neues.
00:18:44: Es gab's in Bonn ehrlicherweise auch schon immer und ich glaube in allen anderen Städten auch.
00:18:47: Ich nehme es allerdings momentan lauter war als je zuvor.
00:18:50: Aber ist es nicht so dass wir in der Zeit leben?
00:18:52: In der Überüberführung generell mit großen Misstrauen gelästert wird.
00:18:57: Also egal wo sie hinschauen in die Politik oder in Betrieben, es gibt so eine innere Unruhe und so eine Ratlosigkeit in der Gesellschaft vielleicht auch besonders in Deutschland.
00:19:06: Es gibt die Tendenz schnell zu jammern und auf irgendjemanden zu zeigen anstatt zu sagen ne also liebe Leute das ist ein gemeinsames Ding!
00:19:14: Und das gleiche betrifft die Arbeit einer Kulturdezentin.
00:19:17: denn wenn der UB sagt dass ist meine Frau mit der möchten wir arbeiten Ja, da reingehen.
00:19:27: Dann sind die Voraussetzungen gut, dass wir das auch schaffen.
00:19:30: Der Wille ist da!
00:19:32: Es ist eine erfahrene Dezernentin und ich finde es zu kurz wenn viele Dinge jetzt schlecht laufen immer auf ein oder zwei oder drei Personen zu zeigen.
00:19:40: Also aus Ihrer Sicht ist sie der Sache gewachsen höre ich daraus?
00:19:44: Und sinnvoll wäre eine Art... Was ist die Taskforce oder so etwas?
00:19:49: Die bildet sich absolut.
00:19:54: Ich möchte noch mal sagen, das Gute an Bonn ist dass die Kulturschaffenden besonders auch die Beethoven Akteure, die Intendanten sich gut verstehen.
00:20:04: wir arbeiten gut zusammen.
00:20:05: also es gibt unterschiedliche Sichtweisen auf diese oder jene strukturelle Frage.
00:20:11: aber erstmal Arbeiten wir alle gut zusammen und das ist eine unheimliche Kraft.
00:20:15: Schauen Sie doch mal, was das Beethovenfest losgetreten hat?
00:20:17: Schauen sie doch mal drauf wie die Auslastung im Theater ist, wie die Leute da hinlaufen.
00:20:22: Wir können so stolz darauf sein Und ich glaube diese Taskforce gibt es schon.
00:20:29: Die braucht einer... Aber
00:20:30: wo gibt's die?
00:20:31: Die ist ja nicht instrumentalisiert.
00:20:33: Also sie haben sich mal zusammengesetzt zum Beispiel Sie drei und haben einen Brief veröffentlicht also die drei Intendanten.
00:20:38: Ich habe mir den durchgelesen mehrfach und hab gedacht das ist ja schönes Gedichtband Das ist ja Lyrik, da ist aber nichts Konkretes drin.
00:20:45: Und Sie haben auch den Prozess aus meiner Sicht eine Chance vertrahen diesen Prozess zu steuern?
00:20:49: Nee das finde ich nicht!
00:20:51: Ich finde das war der Briefwahrjahr, der Anfang des Prozesses.
00:20:55: jetzt sind wir schon wieder ein bisschen weiter und es wäre komplett fatal gewesen wenn wir uns an dem Punkt auf eine Variante eingeschworen hätten und die verkündet hätte als dass Einzige Wohl der Stadt.
00:21:11: Das war einfach nicht möglich!
00:21:13: Nicht eine Variante, aber eine Idee von dem was Sie gerade eingangs sagen?
00:21:16: Was brauchen wir eigentlich in der Stadt an Kultur?
00:21:17: Was genau brauchen wir und was vielleicht auch... Und da kommt der Manager wieder ins Spiel, der sie sein müssen glaube ich auch.
00:21:22: Was können wir uns leisten?
00:21:25: Also nochmal die Antwort darauf, was wir brauchen, die geben wir jeden Tag durch unsere Arbeit.
00:21:37: Die Frage des wie der Struktur Der Mittel und der äußeren Hüllen ist eine, die wir als Kulturschaffende nicht alleine lösen können.
00:21:49: Nichts anderes wollte dieser Brief zum Ausdruck bringen sondern einen Appell darauf sich zusammenzusetzen demokratische Lösung zu finden für eine demokratische Kulturstadt.
00:22:00: Okay, dann ist der Appell gescheitert weil genau das passiert ja gerade nicht!
00:22:03: Jetzt sind wieder ein paar Wochen Verstrichen und es vergeht kein Tag an dem wir uns nicht mit Menschen zusammensetzen um genau dieser Rolle gerecht zu werden.
00:22:10: aber es ist schnelle Hoppla-Hop-Entscheidung gibt's nur in der Diktatur.
00:22:15: Wir sind keine Diktatur, auch keine Kulturdiktatur!
00:22:17: Ne
00:22:17: genau.
00:22:18: und dennoch müssen eben schnelle Ideen her wie man beispielsweise Geld einspart.
00:22:21: Der Kamera hat ihnen die Hausaufgabe gegeben in den nächsten ich glaube drei Jahren fünf Millionen Euro einzusparen.
00:22:27: Wo soll das passieren?
00:22:28: was ihre Idee?
00:22:30: wir haben sofort gesagt wenn Also die Prämisse war ja ohne Abstriche bei Qualität und Inhalt.
00:22:37: Wir haben sofort gesagt, dass sehen wir im Moment nicht wie das gehen soll.
00:22:41: aber wir begeben uns in einen Strukturprozess.
00:22:44: Wir lassen unsere Betriebe durchleuchten.
00:22:45: Wir schauen wie kann man über Synergien hier auch Kosten sparen?
00:22:50: Wie können wir vielleicht in der Zukunft die Einnahmen steigern?
00:22:53: Das heißt selber haben Sie momentan keine Idee wie sie irgendwas sparen können.
00:22:57: Natürlich, wir sparen ja auch jedes Jahr.
00:22:59: Fünf
00:22:59: Millionen sollen es sein?
00:23:01: Wie diese fünf Millionen einzusparen sind, das diese Idee habe ich nicht ohne dass wir einen riesen Einschnitt hier in der Stadt spürbar durchführen.
00:23:11: also unter der Prämisse Wir sollen die gleiche Qualität liefern und bitte auch den gleichen Output.
00:23:16: Unter dieser Prämisse sehe ich es nicht, das habe ich aber auch immer schon
00:23:18: gesagt.".
00:23:19: Das haben Sie sich sogar in dem Vertrag schreiben lassen?
00:23:21: Bis zweiunddreißig haben sie verlängert und angeblich steht da drin wenn man Strukturen verändert oder das Orchester beispielsweise verkleinert, Subventionen kürz hätten sie ein Sonderkündigungsrecht.
00:23:30: Klingt jetzt nicht so als seien sie super offen für
00:23:32: Veränderungen?".
00:23:34: Das ist so nicht wahr... dass ich für die Menschen, die hier in dieser Stadt Arbeiten sprich meine Musikerinnen musiker und die menschen die im theater arbeiten kämpfe.
00:23:45: ich glaube das muss ich hier nicht erklären.
00:23:47: Also, dass ist das fund.
00:23:49: wir haben ja keine mittel die wir die wir quasi wie so ein schatz hüten sondern Das was wir ausgeben wird eins zu eins durch arbeitskraft in die tat umgesetzt.
00:24:01: Ich habe hier einen auftrag bekommen und ich habe gesagt für diesen auftrage brauche ich genau Diese Voraussetzung, weil sich sonst meinen Auftrag nicht mehr ergibt.
00:24:09: Also mein Auftrag auch nicht mehr gerechtfertigt.
00:24:12: Es steht auch im Vertrag drin das ich offen bin für die strukturellen Debatte, dass mich aktiv am Synergie-Prozess beteilige...
00:24:18: Offen!
00:24:19: Aber das war sehr weich eigentlich.
00:24:23: Also offen sein kann man ja immer für jede Debatte.
00:24:26: Ja, natürlich ist das weich.
00:24:27: Aber was hätten Sie denn reingeschrieben?
00:24:29: Dass ich irgendwie... Nee
00:24:30: aber stimmt es, dass wenn es beispielsweise dann eine Veränderung gibt, dass sie im Grunde genommen ein Sonderkündigungsrecht haben und sagen können, ich gehe dann?
00:24:37: Das haben Sie ja gerade selber gesagt!
00:24:39: Wenn man sagt wir müssen das Orchesterradikal verkleinern, dann habe ich dieses Sonderkündigumsrecht.
00:24:46: Was aber nicht heißt, dass wir jetzt im Rückzug in diese neue Beethoven-Halle auch erstmal uns zurechtfinden und rausfinden mussten, was kostet das denn alles?
00:24:57: Und wir haben festgestellt dass der größte Kostenpunkt auf der Sachebene eher im System... Beethoven-Halle liegt.
00:25:05: zum Beispiel, da muss man rangehen.
00:25:06: Da müssen wir aktiv rangehen bevor man danach schreit Leute zu entlassen.
00:25:10: Also das ist ja
00:25:12: das
00:25:13: einzige was in dem Vertrag steht dass unter meiner Leitung niemand entlassen wird.
00:25:17: Darum
00:25:18: geht es auch im Falle gar nicht.
00:25:19: Es geht ja auch gar nicht ums Orchester.
00:25:20: Ich kann nicht einschätzen ob das Beethovenorchester wenn's mit fifteen Leuten weniger spielt genauso gut ist.
00:25:24: Das können sie besser.
00:25:26: aber es gibt sicherlich dann Probleme dass man wahrscheinlich nicht ganz so oft auftreten kann Ich weiß nicht, keine Außengasspiele mehr machen kann etc.
00:25:33: Also da führen wir wieder.
00:25:34: aber es gibt doch ohne Ende Doppelstrukturen.
00:25:37: Es gibt zum Beispiel Verwaltung im Theater, es gibt Verwaltungen bei Ihnen in Beethoven-Orchester.
00:25:41: Es gibts sich Marketingabteilung unterschiedliche.
00:25:44: Da hat sich doch ein Wasserkopf angestaut jetzt über die Jahre.
00:25:47: Da ist doch Potenzial drin oder nicht?
00:25:49: Ich glaube das ist Potenzials drin, aber es ist kein Wasserkopf.
00:25:52: Auch da wieder kommt drauf an was möchte man und welchen Weg geht man damit?
00:25:58: Beethovenorchester mit einer eigenen Marke, dann braucht man zum Beispiel ein eigenes Marketing.
00:26:03: Ich habe genau einen Mitarbeiter im Bereich Marketing.
00:26:06: Wenn man sagt das wollen wir nicht mehr?
00:26:08: Dann kann man den einsparen und sagen machen wir halt kein Marketing mehr fürs Orchester oder keinen Markenmarkten.
00:26:14: Also wo sehen Sie denn beispielsweise Möglichkeiten der Zusammenarbeit der Engeren mit diesen Häusern, wo man Strukturen auch mit dem Kostenblick verbessern, verändern könnte.
00:26:24: Also ich fange jetzt mal gar nicht beim Theater an sondern ich fang an bei Beethoven Festhalle und Orchester.
00:26:29: Die Halle wird ihrem Versprechen nicht gerecht eine Halle für alle zu sein Nicht weil die Menschen die dort arbeiten das nicht umsetzen Sondern weil die Strukturen so sind dass sie es nicht zulassen.
00:26:39: Es gibt ein System der Bearbeitung durch Fremdfirmen bei jeder Veranstaltung, dass jedlichen Kostenrahmen sprengt.
00:26:50: Also da müssen wir zuerst mal ansetzen zu sagen welche Struktur kann denn fest Halle und Orchester schaffen, damit dieser Halle ein Gesicht kriegt zusammen mit den Akteuren.
00:27:00: Und nicht wie jetzt das wir als Mieter auftreten.
00:27:03: Unfassbar viel Geld in Fremdfirmen pumpen die uns das Licht anschalten.
00:27:10: Da ist unheimlich viel Potenzial an Synergie zu holen.
00:27:15: Dann kann man darüber nachdenken – das tun ja auch schon, wie arbeiten wir in der Musikvermittlung zusammen?
00:27:21: Wie können wir im Marketing, sagen wir mal die übergeordneten Strukturen zusammenlegen?
00:27:25: Dass man sagt der Vertrieb wird ein bisschen verbessert.
00:27:28: Da gibt es unheimlich viel Potenzial in der Verwaltung.
00:27:32: Wird das im Moment untersucht?
00:27:33: wie effektiv arbeitet die Verwaltung?
00:27:35: was braucht man wirklich um als eigene Marke dort selbstständig zu sein?
00:27:41: dass wage ich im moment noch nicht irgendwas zu versprechen weil alles hat also alles was man Was man ändert hat auch natürlich eine Folge und nicht immer zum Guten.
00:27:55: Diese Frage, wir bilden einen großen Überbetrieb über alles alle Kultur die wird auch diskutiert.
00:28:02: Auch da warte ich auf Antworten auf Zahlen.
00:28:04: was bringt es denn wirklich?
00:28:06: Und was gibt man wirklich auf?
00:28:08: also Sie haben gesagt das ist weich formuliert.
00:28:11: Ich beteilige mich an den Prozess.
00:28:13: Ich bin jeden Tag im Moment mit nichts anderem beschäftigt und ich nehme das sehr ernst Und wir werden auch einen Beitrag leisten können zu diesen fünf Millionen.
00:28:22: Aber es ist klar und da bin ich auch nicht alleine, dass man die ohne große Einschritte nicht wird bewältigen können.
00:28:29: das haben wir immer gesagt und alles andere is Augenwischerei.
00:28:33: also das wird nicht funktionieren.
00:28:36: Sie haben zuletzt ihren Vertrag verlängert und weitere fünf Jahre mit dem Satz, ich bin hier noch nicht fertig.
00:28:41: Und jetzt sind wir mitten drin in diesem Strukturenveränderungsprozess.
00:28:44: Wäre es da nicht unfassbar sinnvoll dass die anderen Inzendanten vor allem der Opernintendant Helmich seinen Vertrag vielleicht auch frühzeitig verlängern bekommt?
00:28:51: Aus der Politik hört man das ist dafür wohl aktuell keine Mehrheit gibt.
00:28:55: Ist das sinnvoll?
00:28:57: Ich glaube im Moment ist eine Kontinuität für allen für die Mitarbeitenden ein ganz entscheidender Faktor Andersrum gefragt.
00:29:09: Also Helmi hat es ja zum Beispiel nicht nötig, der könnte jetzt einfach in Rente gehen.
00:29:13: Die Frage ist ja was bietet man einer neuen Intendanten einem neuen Intenden an wenn man jetzt die Stelle ausschreibt?
00:29:19: Man weiß nicht wie viel Kohle man hat Wie hoch der Etat sein wird man weiß nicht wo man spielen soll.
00:29:25: aber haben sie doch auch hingekriegt als Beethoven Orchester?
00:29:28: Ja ganz so war das nicht.
00:29:32: Also diese Frage der ungeklärten Perspektiven ist, glaube ich, die entscheidende.
00:29:39: Und da wäre es nach meiner Einschätzung sinnvoll für die Mitarbeitenden eine Perspektive zu schaffen, die eine gute Übergangszeit herstellt.
00:29:48: Würden Sie's machen?
00:29:49: Könnten Sie das mitmachen?
00:29:52: Nein, das ist nicht mein Job und ich bin als Musiker mal hergekommen.
00:29:55: Bin schon eh viel zu viel Manager geworden.
00:29:58: Ich bin immer noch Musiker allein um so eine Partitur zu lernen brauche ich Nächte und Stunden.
00:30:03: Und wenn ich mir jetzt noch vorstellen müsste... ...ich bin auch Theaterintendant Dann kann ich mir auch die Kugel geben.
00:30:10: Übergangsweise?
00:30:13: Nein Also es ist einfach Nicht mein Fachgebiet Es ist eine so Komplexe Aufgaben müsste ich komplett alles sein lassen, was mit aktiv Kunst aus Übung zu tun hat.
00:30:27: Kommen wir mal zum Schluss!
00:30:27: Haben Sie den Eindruck das sich die Kultur-Szene auch in dieser Debatte von Teilen der Bevölkerung weiter entfernt hat?
00:30:36: Das ist ja generell immer so.
00:30:37: die Frage wie ist die Kultur an der Bevölkerungen dran oder wo entfernt sie sich... Es ist wie jede Debatte relativ schnell so eine Ermüdung eintritt, sich auch irgendwie weiter auf die Debatte einzulassen.
00:30:56: Insofern ja kann es schon sein Es werden ja jetzt vermehrt Veranstaltungen angeboten Diskussionsforen und so weiter um genau dem entgegenzuwirken.
00:31:08: Ich habe schon eher das Gefühl dass das sehr ein sehr reges Interesse Wirken von unterschiedlichen Initiativen an diesem Thema gibt.
00:31:20: Für wie realistisch halten Sie folgendes Horrorszenario?
00:31:23: Die Politik kann sich mal wieder nicht einigen und verzettelt sich im provinziellen Klein-Klein, die Intendanten werfen sich ihren Seidenschal um den Hals und sagen es geht hierum die große Kunst und nicht ums Geld.
00:31:34: Und die Menschen in der Stadt schütteln nur noch mit dem Kopf und votieren dann in einem Bürgerentscheid für die Abschaffung der Oper.
00:31:43: Naja klar das ist das totale Horrorscenario was natürlich jetzt so ein bisschen überspitzt in diesem einen Statement rüberkommt.
00:31:54: Ich glaube, dass die Situation sehr, sehr ernst ist und ich glaube das Worst Case, so'n Bürgerentscheid gegen Oper, gegen Theater natürlich die totale Katastrophe wäre und es gilt für uns alle, dass wir da klug mit umgehen.
00:32:12: aber wie schon vorhin gesagt habe Ein so großes Komplexes Thema, wo wir nicht mit dem Finger auf einen oder mehrere wenige nur zeigen können.
00:32:22: Also es braucht ein gemeinschaftliches Zusammenkommen.
00:32:25: Es braucht einen gemeinschaftlichen Impuls zu sagen also wir einigen uns mal auf eine Grundformulierung.
00:32:32: zum Beispiel Bonn will Kultur statt sein und dann können wir von da aus oder Bonn wird auf jeden Fall ein Theater Dann können wir damit arbeiten und dann können wir das füllen.
00:32:44: Und es ist ja auch nicht richtig mit dem Seitenschal, seit wir hier in Bonn sind sparen.
00:32:48: Es ist auch nicht so richtig, dass ich nicht gespart habe.
00:32:51: Ich hab sehr viel gespart!
00:32:52: Ich bin der erste GMD seit Jahrzehnten gewesen, der sogar bei den Stellenkompromissbereitschaft gezeigt hat... In die Oper wurde in den letzten zwanzig Jahren um ein Vielfaches verkleinert.
00:33:06: Das ist nicht richtig, dass wir nicht auf die Realität schauen.
00:33:10: aber es ist auch unser Job zu sagen Um diese Arbeit zu tun brauchen Wir Qualität und wir Brauchen Diese Mittel.
00:33:17: Es Ist Nicht Unser Job Jede Auch auch finanzielle Entscheidung hinzunehmen Und Zu Sagen Ja ja Die Arme Start hat Kein Geld Sondern Es ist Unser job zu Sagen Das kriegt ihr für euer Geld.
00:33:29: Also es ist eher diese Wertschöpfungsdebatte, die ich als meinen Job betrachte und kein vorauseilender Gehorsam im.
00:33:40: Ach nein!
00:33:40: Es ist alles viel zu teuer und am liebsten gehe ich nur noch in Lumpen auf die Straße.
00:33:45: also das funktioniert ja so nicht.
00:33:46: Aber ist es wichtig, dieses Horror-Szenario, das wir gerade skizziert haben.
00:33:49: Trotzdem so am Finanmen zu haben, dass mit wirklich der Letzte verstanden hat?
00:33:53: Es ist wirklich ernst.
00:33:54: Wir haben's grade auch noch im Unterstrichen.
00:33:55: Ja!
00:33:55: Das ist eine absolut ernste Situation und das ist das Ergebnis was bei rauskommt.
00:33:59: Und das wäre nachhaltiger Schaden kulturell gesehen für die Stadt Bonn auf Dauer.
00:34:03: Das wäre ein dauerhafter Schaden für Bonn... ...für die Kulturstadt, für die Universitätsstadt, Für die UNO-Stadt.
00:34:12: Die Lage ist so ernst, dass sicher Wichtig ist, dass wir uns auch diese Lösung F sage ich immer.
00:34:21: Auch als Worst Case vor Augen halten.
00:34:25: Wie kommt es eigentlich das sie in der Kultur sind immer so tolle Titel haben?
00:34:30: Generalmusikdirektor.
00:34:32: Da ist er auch in der Oper, da hat ja jeder einen Direktorentitel.
00:34:35: Wie kommt das?
00:34:36: Also Generalmusiktirektor ist ja wirklich alter Titel.
00:34:40: Ich habe manchmal das Gefühl die Musik ist eingezwenkt zwischen General und Direktor also wird so eingekwältscht.
00:34:46: Das kommt daher dass natürlich unsere sogenannte Hochkultur den Dialog in eine vergangene Zeit sucht und schafft.
00:34:59: Viele von diesen Aufgaben sind aus einer alten Zeit mit rübergenommen worden Und deshalb, ich verstehe dass man das so ein bisschen belächeln kann.
00:35:12: Ich glaube keiner von uns reitet auch auf seinem Titel so rum... ...dass er das irgendwie wie ein Adels-Titel zelebriert.
00:35:22: aber es ist schon lustig, das stimmt!
00:35:24: Dann
00:35:25: sag' ich mal ganz ganz herzlichen Dank für dieses Gespräch und wünsche weiterhin viel Erfolg dem General Musikdirektor der Stadt Bonn.
00:35:33: Vielen dank dir Kaftan!
00:35:35: Volker
00:35:35: Groß
00:35:36: das vier Ohr im Gespräch.
00:35:38: Vielen Dank, dass ihr zugehört habt und ich würde mich natürlich sehr freuen wenn ihr auch in Zukunft mit dabei seid und diesen Podcast abonniert.
00:35:45: Schreibt mir gerne eure Meinung zu dieser Folge oder wen ihr euch als nächsten Gast wünscht.
00:35:50: Danke bis zum nächsten Mal!
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