Wie "links-grün-versifft" ist der General-Anzeiger?
Shownotes
„Dieses links-grün-versiffte Drecksblatt sollte man einstampfen – Das ist politisch gesteuerte Medienlandschaft – Das Provinzblatt und der Linksfunk, beide gehören abgeschafft.“ Alles Kommentare der letzten Wochen unter Artikeln des General Anzeigers oder hier bei Radio Bonn/Rhein-Sieg. Wenn man aktuell Lokaljournalismus macht – egal ob Zeitung oder Radio – dann merkt man: Der Ton wird rauer. Kritik gab es immer. Aber inzwischen erleben Medienhäuser zunehmend persönliche Angriffe, politische Zuschreibungen und regelrechte Kampagnen gegen Berichterstattung. Und das zum Teil aus höchsten politischen Kreisen. Darüber möchte ich heute sprechen mit dem Chefredakteur des GA Helge Matthiesen.
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00:00:00: Zu jeder Affäre gehört es, dass eben Nebenkriegs- schauplätze aufgemacht werden.
00:00:05: Damit man über den Hauptteilen nicht reden muss.
00:00:08: Wenn man laut Lärm macht wird das vergessen.
00:00:10: Das ist so ähnlich wie beim Fußball wo man hinterher den Schiedsrichter beschimpft obwohl man selber ganz schwach gespielt hat aber der Schiedssrichter war Schuld.
00:00:20: Dieses linksgrün versifted Drecksblatt sollte man einstampfen.
00:00:27: Das Provinzblättchen und der Linksfunk beide gehören abgeschafft.
00:00:32: Alles Kommentare in den letzten Wochen unter Artikeln des Generalanzeigers oder hier bei Radio Bonn-Reinzig.
00:00:38: Wenn man aktuell Lokaljournalismus macht, egal ob Zeitung oder Radio dann merkt man Der Ton wird rauer.
00:00:44: Kritik gab es immer Aber inzwischen erleben Medienhäuser zunehmend persönliche Angriffe Politische Zuschreibungen Und regelrechte Kampagnen gegen Berichterstattung Und das zum Teil aus höchstpolitischen Kreisen.
00:00:57: Und genau darüber möchte ich sprechen heute mit dem Chefredakteur des Generalanzeigers Helge Matthiesen, herzlich willkommen!
00:01:03: Guten Morgen!
00:01:04: Wie nimmst du die Stimmung aktuell wahr?
00:01:06: Hat sich da was verändert?
00:01:08: Ich glaube ja... ich beobachte diese Veränderung verstärkt seit der letzten Kommunalwahl.
00:01:14: Das baut sich aber auch schon in den Jahren vorher auf dass es eine extreme Verhärtung zwischen den Parteien gibt.
00:01:20: Also man bekriegt sich eher, als dass man nach Lösungen sucht.
00:01:23: Die man ja haben muss weil man ist ja auch in Bonn immer wieder auf Koalitionen angewiesen.
00:01:28: Insofern ist das ein bisschen erstaunlich.
00:01:29: aber man beobachtet ich beobachte einfach Dass es da eine Verhärtung gibt und auch eine zunehmende Wer wie soll man sagen feinschaft?
00:01:38: Ist das vielleicht ein zu großes wort?
00:01:39: Das mag sein Aber also man geht nicht mehr ordentlich miteinander um Man sucht nicht nach lösung man sucht Nicht nach dem nach dem thema wo man gemeinsam weiter kommt Nach dem Gemeinwohl, sondern man versucht sich gegenseitig zu diffamieren.
00:01:53: Und das ist ein Problem, ein riesiges Problem?
00:01:55: Dass das zwischen politischen Gegnern passiert, ist irgendwie nicht unüblich.
00:02:00: Vielleicht ist es härter geworden in der Tat.
00:02:02: Meine Beobachtung ist aber dass es sich eben auch gegen Medienhäuser richtet ganz explizit auch gegen uns beide also gegen Generalanzeige gegen Radio Bornrand Sieg.
00:02:11: Ist das eine Entwicklung die an Fahrt zugenommen hat?
00:02:13: deiner Meinung nach?
00:02:15: So wie du gesagt hast, ist es keine neue Entwicklung.
00:02:18: Wir sind Teil des politischen Spiels und diejenigen, die eine Wächterfunktion haben in dieser Demokratie.
00:02:24: Das heißt wir sorgen dafür dass die Spielregeln eingehalten werden.
00:02:28: Ich mache diesen Job schon etwas länger mit Ministerpräsidenten Oberbürgermeistern aller Parteien zu tun gehabt und ich bin mit allen irgendwie mal überkreuzt gewesen.
00:02:37: Und ich bin auch von allen Seiten schon als, jetzt heißt es, linksgrün versifft.
00:02:41: Aber wir werden auch gerne als total konservativ verspießert, als katholisches Kampfblatt und was man sich sonst noch so alles ausdenken kann beschimpft.
00:02:50: Solange das von allen Saiten kommt ist in Ordnung!
00:02:52: Aber noch mal zurück zur Ausgangsfrage.
00:02:55: Wir sind Teil des Spiels, das heißt wir müssen uns auch gefallen lassen kritisiert zu werden – das ist vollkommen normal!
00:03:02: Ich glaube aber, dass das Maß eine Frage ist und dass man egal um wen es geht, ob es uns persönlich trifft... finde ich nicht so erheblich.
00:03:10: Aber es ist ja eine Frage des Umgangs miteinander, des Umgangs in der Gesellschaft und wenn wir darüber klagen dass die Stimmung so hart ist dann muss man doch am Ende sagen machen wir uns die Hölle nicht.
00:03:20: vielleicht selbst sind wir nicht alle die die sagen oh das ist aber schlimm.
00:03:25: diejenigen die auf Facebook dann rumpesten und andere beleidigen sich nicht an Fakten halten nur polemisch unterwegs sind, aber nicht irgendwie mal sagen ja an der Unterstelle hat der andere vielleicht recht.
00:03:39: An der Stelle sehe ich das aber anders.
00:03:40: man kann auch sachlich über Dinge diskutieren was der Lösung hilft?
00:03:45: Absolut dieser sachliche Boden wird natürlich gerade auch in den sozialen Medien sehr häufig verlassen.
00:03:50: meine Beobachtung ist dass diese Anfeindungen nicht aus einer bestimmten Ecke kommen.
00:03:56: Also man hat nicht mehr den Eindruck, das kommt irgendwie aus beispielsweise extremen Richtungen sondern wirklich aus Teilbereichen der politischen Mitte.
00:04:04: Das ist genau so.
00:04:05: also das beobachte ich auch dass es in viele Bereiche eingesickert ist.
00:04:08: Es ist auch keine Frage der Partei Farbe.
00:04:11: Das hat man bei den Konservativen und grünen Linken die Art und Weise miteinander umzugehen.
00:04:16: Ich glaube da färbt dieses Social Media Debattenform ab in den normalen Diskurs, wenn man das so nennen möchte.
00:04:25: Und das ist ein Problem weil im richtigen Leben geht es ja eben darum dass man sich hinterher noch mal wieder in die Augen gucken will.
00:04:30: Darum geht's dem Internet nicht.
00:04:32: und wenn man sich nicht mehr in die Auge gucken kann und sagen kann okay da haben wir verschiedene Meinungen aber wir müssen jetzt für dieses Thema eine Lösung haben dann funktioniert irgendwann nicht mehr.
00:04:40: Das heißt Zurückhaltung ist ein gutes Thema.
00:04:43: Mäßigung gehört übrigens in den Kernbestandteil konservativer politischer Vorstellung, das ist eine kluge Strategie.
00:04:52: zu sagen wir wollen hinterher auch noch weiter zusammenarbeiten können.
00:04:56: Ob es immer müssen?
00:04:57: Ist ne andere Frage aber können muss man's.
00:04:59: Zumal wir natürlich ja auch mit den politischen Entscheidern hier in der Stadt immer und immer wieder zusammentreffen.
00:05:05: Das ist ja klar.
00:05:05: also man läuft sich immer wieder über den Weg und dementsprechend erstaunlich ist ja manchmal dann auch diese die Härte der Auseinandersetzung.
00:05:15: Wie gesagt, die Härte ist nicht... Das kommt mal vor.
00:05:17: Also das ist auch nichts was ich ganz neu finde.
00:05:21: aber der zweite Teil ist ja interessant.
00:05:23: wie kommt man aus dieser Härte wieder raus?
00:05:25: und wenn man das Ganze eben überrissen hat indem man sich wechselseitig beleidigt falsch Informationen verbreitet, die nicht korrigiert.
00:05:35: Dann ist es hinterher eben sehr viel schwieriger wieder zusammenzukommen.
00:05:39: und da ist das Problem – die langfristige Geschichte.
00:05:41: Kurzfristige Auseinandersetzungen sind immer gehören zur Demokratie dazu, sonst wäre es keine Demokratie.
00:05:47: Lass uns mal konkret werden!
00:05:49: Besonders extrem war's zuletzt bei den Berichten rund um die Compliance-Affäre gegen den Bonnar Oberbürgermeister, die ihr intensiv recherchiert und berichtet habt.
00:05:59: Welche Anfeindungen gab es, die du besonders heftig fandest?
00:06:04: Ich glaube das im Detail gar nicht wirklich.
00:06:06: im Kopf muss ich ehrlich sagen.
00:06:07: Weil wenn man sich dieser Sache dann tatsächlich im Detay widmen würde hätte man sehr viel zu tun.
00:06:15: Zu jeder politischen Auseinandersetzung, Affäre gehört es, dass eben Nebenkriegsschauplätze aufgemacht werden.
00:06:22: Damit man über den Hauptteilen nicht reden muss.
00:06:25: auch das ist in der Politik vollkommen normal.
00:06:27: Man haut auf eine Tonne damit nicht die Frage gestellt wird um die es eigentlich ging also die frage wie gehen denn Parteien mit ihren Spendern um?
00:06:36: Haben sie unter Umständen Vorteile?
00:06:37: haben auch parteimitglieder unter Umstanden Vorteil?
00:06:40: Das ist ja die Frage die die CDU hier beantworten muss.
00:06:43: aber wenn man dann darüber Wenn man laut Lärm macht, wird das vergessen.
00:06:48: Das ist so ähnlich wie beim Fußball wo man hinterher den Schiedsrichter beschimpft obwohl man selber ganz schwach gespielt hat.
00:06:53: aber der Schiedssrichter war schuld und darüber lohnt es sich mal genauer nachzudenken.
00:06:58: also konzentrieren wir uns auf die Kernfrage und schon wird das eine andere Diskussion.
00:07:02: Es gab einen durchaus bemerkenswerten Moment im Stadtrat in dem Oberbürgermeister Gido Deos ein Mitarbeiter von dir namentlich genannt hat und im Grunde tendenzieuse Berichterstattung vorgeworfen hat.
00:07:13: öffentlich im Stadtrad Ist da eine Grenze überschritten worden?
00:07:18: Das mag sein.
00:07:19: Aber auch das ist Teil der politischen Auseinandersetzung, wie sie mal vorkommt.
00:07:23: Also das passiert glaube ich jedem Lokalredakteur mal.
00:07:26: Wir sind ja nicht dazu da, dass man uns besonders lieb behandelt oder wir wissen ja auch, dass wir Leuten wehtun mit dem was wir tun.
00:07:35: Wir konzentrieren uns auf die Fakten und die Fakten sind manchmal echt böse wenn man sich damit auseinandersetzen muss dass dann Leute auch mal über Grenzen gehen oder auch mal ausfallen werden, das gehört dazu.
00:07:46: Wer jemals Wahlkampf in Kleinstädten begleitet hat, erkennt die Situation, dass er als Lokalredakteur die Straßenseite wechseln muss weil auf der einen Seite der eine Wahlstand ist und der weiß wenn er da vorbei geht, dann wird es jetzt gleich ein bisschen unangenehm.
00:08:01: Das sind normale Situationen für einen Lokal redakteur.
00:08:03: Das ist nicht schön aber das gehört zum Beruf dazu.
00:08:07: Ich will auf diesen Vorwurf hinaus der tendenziösen Berichterstattung, der dann ja immer und immer wiederholt
00:08:15: wird.
00:08:15: Ja das ist auch eine Form der politischen Auseinandersetzung.
00:08:18: also wenn du sie nicht überzeugen kannst dann wiederhole so lange dass was du glaubst was richtig ist damit es am Ende alle glauben.
00:08:27: Nur noch mal, wenn man sich auf die Kernfrage konzentriert.
00:08:30: Also wie gehen denn Parteien mit ihren Spendern?
00:08:32: Mit ihren Mitgliedern um?
00:08:34: Mit ihrem Vorfeld um?
00:08:35: haben sie Vorteile durch enge politische Kontakte.
00:08:38: Haben Sie Vorteile, die Ihnen der Jury nicht zustehen, die vielleicht legal aber nicht legitim sind?
00:08:45: All das sind ja Fragen, die man dann beantworten muss.
00:08:47: Und das sind die wichtigen Fragen.
00:08:49: Das andere ist der Lärm, der drum herumgemacht wird und bestimmte Behauptungen werden nicht besser dadurch, dass man sie immer wieder holt.
00:08:55: Da bin ich eigentlich eher gelassen.
00:08:57: Wir bleiben bei den Fakten und wer Fakta haben will, muss den Generalanzeiger lesen, muss Radio Bonn rein Sieg hören und von da aus können wir gerne weiter diskutieren.
00:09:06: aber Beleidigungen
00:09:08: usw.,
00:09:08: das perlt auch ein Stück weit ab.
00:09:10: Das heißt, thematisiert ihr das noch mal redaktionsintern?
00:09:13: Beispielsweise an solcher Vorfall wie im Stadtrat.
00:09:15: Wir diskutieren über alles was da passiert wir diskutieren auch über die Recherchesituationen.
00:09:21: Wir werden jederzeit auch darüber reflektieren ob wir überziehen also ob wir eben zu viel Kritik üben.
00:09:27: Das ist das was eine Redaktion klugerweise immer machen sollte dass sie sich selbst infrage stellt das es bei uns eigentlich fest verankert funktioniert auch ganz gut und wir korrigieren uns da gerne auch intern.
00:09:39: Wir nehmen natürlich auch wahr, was draußen diskutiert wird aber wir gehen auch nicht auf alles ein.
00:09:44: wenn wir das tun würden würden wir es genauso machen wie Menschen bei Facebook und dass ist nicht das was wir tun.
00:09:49: wir machen Journalismus und Journalismus heißt eben Fakten erheben und Fakte prüfen.
00:09:54: Ein neues Level, eine neue Dimension ist wie ich finde dann erreicht wenn versucht wird Verlagsleitungen zu kontaktieren.
00:10:02: Wenn ich weiß das vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk Intendanten kontaktiert werden von einflussreichen CDU Männern in diesem Fall die versuchen auf diese Berichterstattung Einfluss zu nehmen.
00:10:15: Ist das noch normal?
00:10:17: Auch das gehört zum normalen Prozedere dazu.
00:10:20: Da würdest du das sagen?
00:10:21: Ja,
00:10:22: natürlich.
00:10:23: Dass Druck
00:10:24: gemacht wird auch auf deinen Vorgesetzten also dass man im Falle sagt...
00:10:27: Was heißt Druck gemacht?
00:10:28: Also es ist ja so wie über viele Kanäle nach außen vernetzt sind und wir sind natürlich auch über die Menschen vernetzt die bei uns Geschäftsführungen machen.
00:10:37: Wenn ich davon ausgehen müsste, dass da eine jemand wäre der sagt oh was macht ihr da und jetzt müsst ihr aber lieb sein zur SPD oder zu den Grünen oder zur CDU dann hätte ich ein Problem.
00:10:50: nur da sitzt ja auch jemand der mit solchen Dingen umgehen kann.
00:10:53: Und das ist ja auch ein Teil der Unabhängigkeit die Medien haben müssen damit sie eben mit solchen Anwürfen umgehen können.
00:11:00: Pressefreiheit wird immer gerne aufs große Wanner geschrieben, aber Pressefreiheit muss jeden Tag neu erkämpft werden und muss jeden tag verteidigt werden.
00:11:09: Das hört sich jetzt ein bisschen pathetisch an.
00:11:11: Aber genauso ist es das eben nichts was einfach so vom Baum fällt weil es in der Verfassung steht oder im Grundgesetz steht sondern dass ist etwas was man was eben tatsächlich jeden Tag praktiziert werden muss und das tut manchmal weh.
00:11:23: Aber wenn auch gegen dich oder deine Leitung und deine Redaktion genau dieser Vorwurf kommt, also jetzt ganz konkret.
00:11:29: Du machst eher grüne Politik!
00:11:31: Du attakierst bewusst in einem überdimensionalen Maße beispielsweise einen CDU-Politiker.
00:11:39: Was antwortest du?
00:11:40: diesen Kritiker?
00:11:41: Ich würde immer erst mal auf die Fakten gucken und das ist ja, was der Nationalist tun sollte.
00:11:46: Solange wir hier in der Stadt von einer grünen Oberbürgermeisterin regiert wurden hatten wir die gleichen Debatten mit den Grünen oder mit dem Grünen Vorfeld.
00:11:56: also insofern bin ich sehr ruhig wenn ich höre dass wir jetzt die CDU verfolgen weil die gleiche Debatte hatten wir da.
00:12:03: Wir hatten auch schonmal SPD-Oberbürgemeister wo Meine Vorgänger waren das in erster Linie, wo wir lange lange auch juristische Auseinandersetzungen hatten.
00:12:11: Das heißt es ist der normale Vorgang dass eine Redaktion die ihren Job ernst nimmt den Mächtigen auf die Finger guckt.
00:12:18: Kampagne machen wir nicht Wir präsentieren Fakten Und wir müssen auch manchmal über Dinge schreiben, wo wir sagen was ist da denn jetzt schon wieder los?
00:12:27: Wo wir selber das vielleicht gar nicht wollen würden.
00:12:29: Aber wir haben einen Auftrag in dieser Gesellschaft.
00:12:31: Dieser Auftrag heißt eben Wächterfunktion und das nehmen wir sehr, sehr ernst egal wer da gerade regiert.
00:12:37: Das ist nämlich unsere Aufgabe
00:12:39: In der Tat, das kann ich ganz genau so unterstreichen.
00:12:41: Ich glaube es gab keinen Oberbürgermeister oder Oberbürgermeisterinnen in den letzten Jahren die mich nicht auch irgendwann mal richtig doof waren.
00:12:46: Es ist ja auch aus der Warte des jeweils Regierenden total normal.
00:12:49: Der möchte natürlich gelobt werden für das was er tut und dann möchte er auch gerne erfolgreich sein mit dem was er tut sonst hätte er ja wer auch nicht angetreten oder sie nicht an getreten.
00:12:58: nur wir sind eben dafür da zu gucken.
00:13:02: Ist das denn auch tatsächlich so?
00:13:03: Und natürlich ist auch mal Kritik ungerecht und natürlich liegt man auch mal daneben mit dem, was eine Zeitung schreibt.
00:13:10: Das ist vollkommen normal.
00:13:12: Wir bemühen uns dann zu korrigieren und eben auch das ganze geradezuziehen.
00:13:16: aber im Kern bleibt es bei dieser Aufgabe und diese Aufgabe nehmen wir sehr ernst.
00:13:21: Das ist unser Auftrag, den uns die Leser geben.
00:13:24: Was sich meiner Meinung nach verändert hat, ist dieser Kampagnenvorwurf und das durchaus von bekannteren CDU-Leuten wie Stefan Eisel.
00:13:31: Er hatte einen Artikel veröffentlicht mit der Überschrift «Das Generalanzeiger Problem» und wirft euch einseitige Berichterstattung vor im mangelnde journalistische Neutralität.
00:13:43: Warum sollten wir eine Kampagne führen?
00:13:46: Alles, was wir schreiben ist mit Fakten sehr gut belegt.
00:13:49: Keines dieser Fakte ist bisher bestritten worden.
00:13:52: Insofern kann man ja über die Fakteen mal reden und wenn man dann Kampagne sagt, dann ist das eine Interpretation dieser ganzen Geschichte und keine Bewertung der Fakta.
00:14:01: Das ist auch ein Problem an dieser Stelle, dass sich eben nicht auseinandergesetzt werden.
00:14:05: Da sind wilde Dinge im Netz unterwegs wo wir Tage brauchen würden den Unsinn jeweils zu korrigieren – Überkollegen, Überzusammenhänge über Vorgänge, über Abläufe und historische Ereignisse.
00:14:19: Und dafür sind wir gar nicht gemacht.
00:14:23: Das ist auch gar nicht das, was wir wollen.
00:14:24: Wir konzentrieren uns auf die Fakten, auf das gute Recherchieren der Hintergründe – und das ist das, woran wir uns messen lassen!
00:14:32: Der zentrale Vorwurf war glaube ich, dass man bestimmte Themen eher weggelassen hat und andere verstärkt dargestellt hat.
00:14:38: Das ist ja dann doch immer auch eine Abwägungsfrage innerhalb einer Reaktion.
00:14:40: Dass es aber auch eine klare Ablenkungsdebatte die da geführt wird.
00:14:44: das muss man ja auch ganz möchtern mal sagen.
00:14:46: wenn sich denn die Leute aus der CDU natürlich ihre Erinnerung verteidigen wenn man das so sagen will Wenn sie sich mal darauf konzentrieren würden wie geht denn die CDU mit dem Thema Spenden um?
00:14:56: Und mit Spendernen um?
00:14:58: Und ist das immer so, wie das ist?
00:15:00: Ist das transparent was da läuft oder ist das, wie sagt man auf gut Kölsch, Klüngel.
00:15:04: Was da läuft?
00:15:05: dann hätte man ja vielleicht mal eine andere Diskussion.
00:15:07: So reden wir über Kampagne aber nicht über das Thema an sich und auch in der politischen Auseinandersetzung vollkommen normal.
00:15:17: Das ist dieses Phänomen, was ich vorhin schon kurz skizziert habe vom schlechten Spiel wo man dann über den Schiedsrichter stimmen schimpft.
00:15:25: Aber genau da ist ja das Problem, dass man auf diese Art und Weise ablenkt vom eigentlichen Problem.
00:15:30: und wir bleiben beim eigentlichen problem.
00:15:32: Nimm uns doch mal konkret mit in so einen redaktionellen Ablauf.
00:15:34: also wann entscheidet ihr wenn der information vorliegt die es so belastbar dass wir sie auch am ende des tages veröffentlichen?
00:15:40: Es gibt ja die handwerkliche regel dass wir zwei unabhängige quälen brauchen für eine Aussage, also für Fakten.
00:15:48: Diese Regel halten wir eisern ein.
00:15:50: es gibt die regel dass eben alle die da irgendwie dann unter Druck geraten könnten die beteiligt sind gefragt werden müssen die müssen eine stellungnahme dazu abgeben.
00:15:58: diese fragen werden sehr das wird sehr akribisch gemacht das wird auch juristisch sehr akriebisch begleitet.
00:16:03: was wieder machen?
00:16:04: dass wir eben auch keine fehler machen an der stelle sondern dass wir die Menschen, mit denen wir zu tun haben, fair behandeln.
00:16:11: Das ist ein ganz wesentlicher Teil unserer Arbeit.
00:16:14: also eben nicht Kampagne zu machen, nicht wegzulassen.
00:16:17: und viele der Vorwürfe wenn man sagt ja darüber habt ihr damals gar nicht geschrieben sind auch schon wieder Interpretationen.
00:16:24: Also da geht es ja nicht um die Fakten.
00:16:25: Wir halten uns an den Faktern Und das ist das was interessant ist und wo sich dann auch Menschen und das tut auch die CDU oder CDU Mitglieder wo sich dann CDU-Mitglieder auch gerne ihre eigene Meinung bilden dürfen.
00:16:36: Man kann ja auch der Meinung sein, dass das über dem Strich ist alles in Ordnung.
00:16:41: also bin ich gar nicht, trete dich gar nicht an zu sagen Das ist jetzt falsch.
00:16:45: Wir präsentieren den erster Linie Fakten und dann kommentieren wir
00:16:49: Ja, das ist auch Zeitlebens auch so hab' ich's gelernt Und wir machen das ja beide schon viele Jahrzehnte möchte ich was sagen.
00:16:56: So war es immer.
00:16:57: Aber ist es dann eigentlich auch noch so, die Menschen sind deutlich kritischer Medien gegenüber?
00:17:00: Müssen wir vielleicht nicht auch transparenter erklären warum wir etwas berichten und warum nicht.
00:17:06: Das kann man natürlich immer tun und das ist vielleicht auch ein Weg Menschen wieder näher an diesen Prozess ranzuholen weil sie sich eben aus eigenem Verschulden bei eben sagen wir informieren uns bei Social Media Und nicht dort, wo man eben die Fakten bekommt, die man braucht um sich eine Meinung zu bilden.
00:17:22: Fakte sollten immer auf Meinung beruht.
00:17:27: dass man die Fakten zur Kenntnis nimmt.
00:17:29: Aber
00:17:30: du hattest viel von Faktern, aber früher gab es diesen Begriff der alternativen Fakte beispielsweise.
00:17:34: Den geringen Ding gab's einfach mal vor zehn Jahren noch gar nicht?
00:17:35: Das
00:17:36: ist so!
00:17:37: Aber auch da war es ja nicht so, dass sich die Leute nicht irgendwie ihren eigenen Reim auf die Dinge gemacht haben.
00:17:42: Das ist ja kein neues Phänomen.
00:17:44: Heute kann man das eben bei Social Media nachlesen.
00:17:47: Aber jeder kann sich informieren über was er da so ist und das Journalismus sich vielleicht besser erklären muss – auch mit Blick nach vorne, das würde ich unterstreichen... Ja, das ist vielleicht wichtig.
00:17:58: Dass
00:17:58: auch die Bedeutung der Fakten abgenommen hat?
00:18:01: Wir sehen es in den USA also...
00:18:03: Nein!
00:18:03: Die Bedeitung der Fakten hat nicht abgenommen.
00:18:05: In
00:18:05: der Wahrnehmung.
00:18:06: Das mag... Also
00:18:07: das ist sehr viel Meinung.
00:18:11: US-Wahlkampf.
00:18:12: Da sind Fakten, die liegen einfach nur auf dem Tisch!
00:18:14: Es ist den Leuten aber egal, weil sie eine Meinung haben und sie so verfestigt...
00:18:18: Genau also das Übergewicht von Meinung ist ein Problem.
00:18:22: Das würde ich genauso sehen.
00:18:23: Dann habe ich das eben missverstanden, aber das Über Gewicht von der Meinung ist kein Problem.
00:18:27: Nur da ist ja genau der Ansatz wenn man sagt wir reden über die Probleme die Demokratie hat dass man eben dahin doch stärker wieder schauen muss.
00:18:36: niemand muss alles immer gut finden was da so präsentiert wird.
00:18:41: Und es ist auch ein Problem des Journalismus, dass eben Fakten und Meinungen an vielen Stellen gerade bei führenden Medien, führende Internetmedien zu stark vermischt werden.
00:18:49: Die die sich eben an das gute Handwerk-Journalismus halten.
00:18:55: Die gibt's natürlich auch noch aber viele Leitmedien machen das inzwischen anders.
00:18:59: Das ist glaube ich tatsächlich ein gesellschaftliches Problem was der Journalismus da auch selber produziert.
00:19:05: Der dann auch sehr schnell geframed wird und das kommt oft aus extrem Ecken als Wir kriegen den Vorwurf oft, es ist ein Staatsfunk dabei.
00:19:13: Wir sind weit weg von
00:19:16: Staatshaus oder Staatsblatt.
00:19:19: Also wir bilden uns unsere Meinung schon selbst und das ist uns ja auch wichtig und das is uns eine Verpflichtung gegenüber den Lesern also ihnen nicht irgendwas zu verkaufen was andere für uns gedacht haben oder was andere uns vorgeben dass wir natürlich Dinge aufnehmen, die diskutiert werden.
00:19:36: Dass sie auch bei uns im Blatt vorkommen?
00:19:38: Das ist schon klar.
00:19:39: nur wir liefern den Leuten eben die das wissen dass Sie haben müssen um sich selbst eine Meinung zu bilden ganz klassisch.
00:19:46: Wie schafft man es gerade jetzt im lokaljournalismus?
00:19:50: Auseinandersetzung hat's immer gegeben auf der einen Seite ich sage mal die professionelle Distanz zu halten und dennoch eine Eine persönliche Nähe auch zu den politischen Akteuren aufrecht zu erhalten.
00:20:02: Nähe ist etwas Schwankendes, würde ich sagen und ich bin eigentlich immer ganz zuversichtlich.
00:20:07: Ich baue darauf dass Menschen bereit sind zu sprechen.
00:20:12: wer miteinander spricht kommt auch wieder näher zueinander.
00:20:16: meine Tür ist niemals zu sondern ich rede immer mit allen und auch über alles.
00:20:21: ich habe behalt aber auch meine Position.
00:20:24: Ich lass mich auch korrigieren in meinen Haltung, in meinem Wissen und im Blick auf die Welt.
00:20:31: Das ist gar nicht das Problem.
00:20:32: Insofern gehört zur Demokratie auch dazu, dass man Auseinandersetzung führt und dann hinterher weiter miteinander redet.
00:20:38: Von Seiten der Medien ist das kein Problem!
00:20:40: Ich halte nichts davon, über große Nähe zu Politikern zu haben.
00:20:46: Das ist ein Fehler, den Lokalredaktionen häufig machen.
00:20:50: Davon halte ich gar nix.
00:20:52: Kumpeln mit der Lokalpolitik und Leuten, die was in der Stadt zu sagen haben, ist immer ein Problem für eine Lokaledaktion.
00:20:59: Und ich halte mich da sehr zurück!
00:21:02: Dieses Thema, ich führe das Gespräch im Falle gar nicht mehr.
00:21:06: Ich verweigere mich auch diese Auseinandersetzung ist das was du mehr und mehr wahrgenommen hast?
00:21:11: Nein eigentlich nicht!
00:21:14: Ich bin ja auch sehr viel unterwegs und rede mit sehr vielen Leuten.
00:21:16: Und ich habe den Eindruck, dass es auf all diese Themen, die wir in den letzten Wochen diskutiert haben, einen sehr differenzierten Blick gibt.
00:21:24: Dass man den Schaum, den da manche schlagen, mal abschöpfen muss – dann findet man darunter eigentlich ein sehr breites Meinungsspektrum von kompletter Ablehnung bis starker Zustimmung.
00:21:35: Denn auch das ist ja ein Teil der Wahrheit, dass wir eben auf diese Recherchen die wir gemacht haben sehr viel positive Reaktionen bekommen.
00:21:43: Die werden nicht so laut und werden nicht polimisch aber sie sind erkennbar in großer Zahl vorhanden.
00:21:50: Es
00:21:50: besteht die Gefahr, dass ich das manchmal verselbstständig.
00:21:53: Dass man sagt, man hat jetzt so lustig an einem Thema so festzubeißen.
00:21:55: Man merkt auch ehrlicherweise es kommt vielleicht auch im Internet gut an du hast eine gewisse Klickrate.
00:22:00: entscheidet ihr da auch, dass man sagt ja dann lass uns doch klar mal noch ein bisschen tiefer bleiben und dranbleiben.
00:22:03: also Stichwort Gewichtung.
00:22:05: Klickrate ist nicht unsere Währung, also wir wollen gerne Abos verkaufen im Netz.
00:22:12: Das heißt was sich verkauft im Netz als Abo ist gediegener guter Journalismus.
00:22:18: Wenn wir Klicks bräuchten wären wir relativ schnell am Ende journalistisch und das ist genau das was wir nicht tun.
00:22:25: Wir haben sehr viel mehr andere Parameter mit denen wir den Erfolg messen Und genau so gehen wir mit den Geschichten um.
00:22:30: Also wenn wir spüren, und wir haben ja innerhalb der Redaktion ich bin selbst Teil dieses Spiels Korrekturschleifen, dass eben auch Kollegen mit den recherchierenden Kollegen diskutieren darüber ist das jetzt zu viel?
00:22:42: Ist es zu wenig?
00:22:43: Reicht es oder reicht es nicht?
00:22:46: Da werden wir dann schon miteinander einen Weg finden, der dann eben auch genau das verhindert.
00:22:52: also genau Kampagne verhindern klicken ist nicht das, was wir wollen sondern wir wollen Aufklärung.
00:22:59: Das ist auch ganz klassischer Journalismus.
00:23:01: Wir wollen dass die Leute wissen Was in dieser Stadt passiert und was auch hinter den Kulissen passiert?
00:23:06: Und das ist das tun.
00:23:08: aber ihr habt natürlich auch so wie wir natürlich auch einen.
00:23:10: ein Indiz dafür.
00:23:11: gerade jetzt war bei online geklickten Artikeln.
00:23:14: Okay, dieses Thema scheint sehr zu interessieren.
00:23:17: So das kann ja sein dass es interessiert weil wir momentan diese Welle unfassbar weiterreiten oder weil es vielleicht ein Thema ist wo ihr auch entscheidet okay?
00:23:24: Das ist ein so entscheidendes Thema gerade für die Bonner Stadtgesellschaft.
00:23:27: deswegen müssen wir es auch setzen.
00:23:29: Aber genau das ist ja wenn man sagt Es klickt so gut jetzt brauchen wir die nächste Geschichte.
00:23:33: Genau das ist Kampagne und das machen wir nicht ganz einfach Weil genau das is an dieser Stelle.
00:23:38: da wäre die falsche Entscheidung das sozumachen.
00:23:43: würden wir in Richtung Klicks gehen, hätten wir ja relativ schnell die Situation, dass wir überziehen müssen.
00:23:49: Dass wir zuspitzen müssen und das Gleiche machen würden
00:23:53: wie
00:23:53: man das im Internet macht.
00:23:56: Genau das tun wir eben nicht weil es auch nicht erfolgreich ist für uns.
00:23:59: also Wir haben einen journalistischen Ruf zu verteidigen und von diesem journalistischen ruf leben wir auch im internet Und auch in dem Geschäft, was wir heute betreiben.
00:24:08: Was eben nicht mehr nur das klassische Abo-Geschäft der Zeitung ist.
00:24:11: Sondern genau darum geht es, dass wir die Leute mit unserer Leistung, mit der journalistischen Leistung überzeugen und sie damit an uns binden – und das gelingt!
00:24:22: Gab es immer schon die Gefahr, dass im Lokaljournalismus selbst zum politischen Akteur wird oder ist die größer geworden?
00:24:31: Lokaljournalismus war immer ein politischer Akteur auf der Bühne, aber es ist die Frage und das ist von Redaktion zu Redaktionen unterschiedlich wie eine Redaktionsaufgabe begreift.
00:24:41: Wir begreifen unsere Aufgabe so dass wir eben sind die Hüter des Spielregeln sozusagen.
00:24:48: Das heißt halten Distanz zu allen Seiten gleich und bemühen uns eben, die Fakten auf die Bühne zu bringen.
00:24:56: Akteur sind wir natürlich trotzdem wenn wir Fakton auf die bühne bringen.
00:24:59: das ist Licht in dem Spiel drin nur dass wir versuchen Politik zu machen.
00:25:06: Das ist nicht unsere Aufgabe Und das würde ich auch In der Redaktion sehr sehr dezidiert diskutieren Wenn das zu beobachten wäre.
00:25:17: Was würdest du, du hast das Eingangs gesagt was sozusagen die Stimmung in der Bonner Stadtgesellschaft gerade angeht.
00:25:23: Wie würdest Du das bewerten?
00:25:25: In welcher Phase sind wir?
00:25:26: Sind wir in einem sehr schwarz-weiß gegeneinander momentan?
00:25:30: Sind Wir in einer blockade Situation dass die wichtigen Themen momentan wirklich auf der Strecke bleiben weil es keinen gemeinschaftlichen Konsens gibt so viel wichtigere Fragen momentan auch in der Stadt ob das die Kulturszene ist die momentan völlig frei dreht Verkehrskonzepte etc.
00:25:45: Ich
00:25:46: würde mal sagen, dass wir in einer schwierigen Situation sind weil eben genau diese Konfrontation da ist.
00:25:51: Wir haben ja im Stadtrat keine klaren Mehrheiten für große Entscheidungen die jetzt anstehen.
00:25:56: ich muss ja nur das Stichwort Opertheater nennen wo jetzt schon absehbar ist, dass es eben für diese große Entscheidung eigentlich einen sehr breiten Konsens bräuchte inklusive zum Beispiel der sehr großen Grünen.
00:26:08: Und dafür müsste man miteinander reden und ich beobachte im Moment nicht.
00:26:11: Das ist jetzt das plakativste Beispiel, aber ich beabachte im momenten nicht dass man miteinander redet, dass man mit einander nach lösung sucht.
00:26:18: Und das ist ein Kernproblem unseres Landes im moment.
00:26:21: also das ist das was wir auf der bundesebene beobachten Das ist das, was wir hier im Moment auch in der Stadt haben.
00:26:26: Dass man eben bei wichtigen Themen wichtiger findet sich irgendwo einzugraben und sich wechselseitig zu belauern, anstatt zu sagen wie kommen wir denn jetzt raus aus dieser Geschichte?
00:26:36: Und wie finden wir eine Lösung die für die Bürger wichtig ist, für uns alle wichtig ist?
00:26:41: Und dass es das worauf eine Lokalzeitung achtet, ist das was da passiert für die Bürgergut und für die Stadtgut dem Gemeinwohl nützlich.
00:26:50: Und genau da sehe ich im Moment ein großes Defizit und die Parteien, die Gruppen, die einzelnen Politiker in der Stadt müssen dringend wieder anfangen miteinander zu reden und nach Lösungen zu suchen.
00:27:00: Die müssen sich ja nicht lieb haben aber sie müssen für die Sachfragen Lösung finden.
00:27:04: Aber wie kann das gelingen?
00:27:05: Also wie kann dass genau gelingen und welche Rolle können vielleicht auch wir als Lokaljournalisten an dieser Stelle Spielen?
00:27:12: kann man dazu beitragen einen Konsens herzustellen?
00:27:14: Das kann man sicher.
00:27:15: Es gibt ja die Art und Weise, dass man konstruktiv berichtet über die Dinge, die da sind also nicht nur über das zu sprechen was problematisch ist sondern auch zu sagen Da und da und da gäbe es eine Lösung setzt.
00:27:29: aber dann den ersten Punkt, dem zweiten Punkt.
00:27:32: Die Entscheidungen fallen auf der politischen Ebene und auch dafür muss dann eben die Politik miteinander reden denn auch Medien können nur Vorschläge machen an dieser Stelle.
00:27:41: Entscheidungen müssen nachher woanders fallen.
00:27:43: das setzt eben voraus dass eben die politischen Akteure wieder miteinander ins Gespräch gehen.
00:27:48: ob man da ein Mediator braucht oder einen Vermittler Das kann ich nicht beurteilen.
00:27:53: also Ich glaube es sind alles erwachsene Menschen die das hinkriegen sollten im Sinne der Stadt.
00:27:58: Denn Bonn steht vor ein paar riesigen Entscheidungen, wir stehen vor einer erheblichen Verschuldungsproblematik.
00:28:04: Wir stehen vor dem Problem dass die Stadt mutmaßlich freiwillige Leistung im großen Umfang streichen muss.
00:28:11: das heißt Sport Kultur all die Dinge die die Stadt lebenswert machen kommen unter Druck.
00:28:16: wenn man das da nicht schafft eine vernünftige, ein vernünftiges Miteinander zu organisieren.
00:28:20: Das Prioritäten setzt auch bei den unangenehmen Entscheidungen dann wird es hier ein großes Problem geben weil wenn's immer nur darum geht wer sich den größten Teil vom Kuchen abschneidet dann braucht man irgendwann eine Entscheidung und das geht nur im Konsens ab.
00:28:35: und vor allem geht er so mit Vertrauen glaube ich.
00:28:37: Ich glaube dass dieses gegenseitige Vertrauen da sein muss und das im Übrigen im Zusammenspiel glaube ich aus Politik Medien und Gesellschaft.
00:28:46: also dieses Vertrauen miteinander
00:28:47: Vertrauen kann man ja nicht verordnen.
00:28:49: Das muss wachsen und es muss ihm eine Bereitschaft geben, sich füreinander zu öffnen Und das ist, glaube ich eine ganz wesentliche Voraussetzung.
00:28:59: Die heißt eben auch, dass man bestimmte Fairness-Regeln einhält und gut miteinander umgeht.
00:29:05: Dass man den anderen respektiert und Fakten anerkennt.
00:29:10: Auch wenn sie unangenehm sind.
00:29:11: All diese Dinge helfen dabei Vertrauen wieder herzustellen.
00:29:14: aber der Kern ist eben, dass er miteinander redet und signalisiert ja wir sind bereit gemeinsam etwas zu tun.
00:29:21: Hast du diese Hoffnung?
00:29:23: Ich bin immer ein hoffnungsvoller Mensch und ich glaube auch, dass das gehen wird.
00:29:28: Die Erfahrung mit Affären, die es in jeder Kommune immer mal gibt ist ja die dass das sich irgendwann löst und dass man irgendwann wieder entdeckt.
00:29:37: Dass man eben nicht weiter kommt wenn man gegeneinander arbeitet sondern dass es miteinander gehen muss.
00:29:43: Und das ist meine Hoffnung und ich bin eigentlich zuversichtlich dass das auch in Bond klappen wird.
00:29:47: wir sind hier im Rheinland und das ist ja positiv
00:29:49: an der Stelle.
00:29:50: Eben!
00:29:50: Das ist genau das was wir auch immer sagen.
00:29:52: Wir sind hier in einer so tollen Region Bonn & dem Radzieckers.
00:29:55: Wir haben überhaupt gar kein Interesse, diese Region schlecht zu reden.
00:29:57: Ganz im Gegenteil.
00:29:58: Genau.
00:29:59: Und ich glaube das ist sogar auf lokaler Ebene noch mehr gelingen kann, genau dieses Vertrauen und diesen Konsens wiederherzustellen als es vielleicht auf Bundesebene passiert?
00:30:06: Es ist auch leichter möglich, wenn man sich näher ist aber man muss eben mal raus aus den verhärteten Positionen und man muss raus aus dem Ding die vielleicht mal den anderen vorzuwerfen sind weil der in früheren Zeiten mal dies oder das getan hat oder weil er Intrigen spinnt oder was auch immer.
00:30:21: Es gibt ja viele Gründe warum man nicht miteinander ins Gespräch kommt Aber grundsätzlich muss das möglich sein.
00:30:26: Und dafür sind ja die Akteure auch gewählt, dass sie genau das schaffen.
00:30:30: Also Bewegung in die Politik zu bringen damit Entscheidungen fallen können und ... Das erhoffen wir uns und ich bin zuversichtlich, dass das gelingt weil... Ich bin ein Mensch der positiv nach vorne guckt.
00:30:40: So sehe ich es auch und dieses Vertrauen brauchen glaube ich alle sonst verlieren alle am Ende und das soll so nicht sein.
00:30:46: So ist es genau!
00:30:47: Ich danke dir vielmals für die spannenden Einblicke und für das Gespräch.
00:30:50: Der GA-Chefredakteur Helge Mathe sind dank
00:30:52: dir sehr gerne
00:30:54: Volker Groß das vier Ohr im Gespräch.
00:30:57: Vielen Dank, dass ihr zugehört habt und ich würde mich natürlich sehr freuen wenn ihr auch in Zukunft mit dabei seid und diesen Podcast abonniert.
00:31:04: Schreibt mir gerne eure Meinung zu dieser Folge oder wen ihr euch als nächsten Gast wünscht.
00:31:09: Danke bis zum nächsten Mal!
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